Hamburger Gericht streicht früherem Waffen-SS-Mann Versorgungsrente

27. November 2005, 17:15
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83-Jähriger war Blockführer und Wachmann im KZ Neuengamme in der Nähe von Hamburg

Hamburg - 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat das Sozialgericht Hamburg einem ehemaligen Wachmann im Konzentrationslager Neuengamme die Versorgungsrente wegen Verstoßes gegen Grundsätze der Menschlichkeit entzogen.

Das Gericht bestätigte am Donnerstag Medienberichte, wonach der inzwischen 83-Jährige keine Kriegsversehrtenrente in Höhe von 474 Euro pro Monat mehr erhält. Der Mann war bis 1945 Mitglied der Waffen-SS und zeitweilig Blockführer und Wachmann im KZ Neuengamme in der Nähe von Hamburg.

Hier habe er sich aktiv an Misshandlungen von Häftlingen beteiligt. Als Mitglied der Lagerführung, die unter anderem für "Sonderaktionen zur Liquidierung" zuständig gewesen sei, habe der SS- Mann das Lagersystem mitgetragen.

Angesichts der Schwere des begangenen Verstoßes sei das Vertrauen des Klägers auf den Fortbestand der Versorgung nicht schutzwürdig, urteilte das Gericht. Das Versorgungsamt hatte dem Mann im Jahr 2001 nach jahrzehntelanger Zahlung die Kriegsversehrtenrente verweigert. Dagegen hatte der heute 83-Jährige geklagt. (APA/dpa)

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