Serbien droht mit gerichtlicher Einhebung von Mobtel-Dividenden

1. Dezember 2005, 11:22
posten

Österreichische Mehrheitsbesitzer sollen bis 10. Dezember 27 Millionen Euro überweisen - Mobtel möglicherweise vor Konkurs

Serbien droht den österreichischen Mobtel-Mehrheitseigentümern mit der gerichtlichen Einhebung der Dividenden. Dies für den Fall, dass die Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt die Hälfte der fälligen Summe in Höhe von 27 Mio. Euro nicht bis zum 10. Dezember dem Mobtel-Minderheitsbesitzer, der staatlichen Post PTT, überweisen. Der Rest soll binnen nächster zwei Monate ausbezahlt werden.

Konkursverfahren

Die Belgrader Tageszeitung "Blic" berichtete heute Donnerstag unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise, dass eine eventuelle Klage der Post gegen den Funkbetreiber zur Einleitung vom Konkursverfahren beim Mobtel führen würde.

Bei den Dividenden geht es um die Schulden der früheren Mehrheitsbesitzer, der Belgrader Unternehmerfamilie Karic, die seit der Mobtel-Gründung vor elf Jahren nie Dividenden an den Minderheitsbesitzer auszahlten. Die österreichischen Investoren haben im Mai den Mobtel-Mehrheitsanteil erworben.

Mündliche EInigung

Die serbische Regierung hat vor einem Monat mit den österreichischen Investoren eine mündliche Einigung über die Auszahlung der fälligen Dividenden und einige andere Streitfragen erreicht. Zu der geplanten Unterzeichnung ist bis dato nicht gekommen. Der Grund dafür ist laut der Tageszeitung allerdings nicht die mündlich vereinbarte Auszahlung der fälligen Dividenden durch den Mehrheitsbesitzer. Für Schlaff soll nämlich vor allem die Forderung der Regierung strittig sein, wonach der Mobtel-Mehrheitsbesitzer auch auf den 13-prozentigen Anteil an der serbischen Telekom verzichten soll. Den früheren Mobtel-Mehrheitsbesitzern wurde dieser Telekom-Anteil seitens des Staates im Jahre 1998 zuerkannt.

Eigentumsverhältnisse

Weiterhin strittig sind auch die Eigentumsverhältnisse beim Mobtel. Auf dem Papier sind die österreichischen Investoren mit 51 Prozent an der Firma beteiligt, der PTT gehören die restlichen 49 Prozent. Eine Klage läuft vor dem Schiedsgericht in der Schweiz, das Urteil wird im kommenden Frühjahr erwartet.(APA)

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