Schott investiert 150 Mio. Euro in Markt für Flachbildschirme

2. Dezember 2005, 13:20
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Für Fertigungssätten in Südkoera und Jena - Expansion in Asien

Der Spezialglas-Hersteller Schott setzt verstärkt auf den boomenden Markt für Flachbildschirme. Das Mainzer Unternehmen gab am Donnerstag in Seoul entsprechende Investitionen in Höhe von insgesamt 150 Mio. Euro für Fertigungsstätten in Südkorea und Jena bekannt. "Schott sieht beste Chancen, sich an der Spitze des Display-Marktes zu positionieren", sagte der Vorstandsvorsitzende Udo Ungeheuer.

Er kündigte im Zuge seiner Expansionsstrategie für Asien den Bau einer ersten Produktionsstätte in Südkorea für 90 Mio. Euro an. Das Gemeinschaftsunternehmen Schott Kuramoto Processing Korea Co. Ltd. wird großformatige Glassubstrate - das sind extradünne Glasscheiben - für die Herstellung von Flachbildschirmen fertigen. Das neue Werk in Ochang etwa 70 Kilometer südlich der Hauptstadt schafft nach Angaben von Schott 350 Arbeitsplätze und wird Ende 2006 in Betrieb gehen.

Das neue Werk entsteht nach den Angaben in direkter Nachbarschaft zu den führenden Flachbildschirmherstellern Samsung Electronics und LG.Philips LCD. Die bearbeiteten Glassubstrate würden an Hersteller von Computer- und Fernsehbildschirmen in China, Japan, Korea und Taiwan geliefert, hieß es. An dem Joint Venture mit dem japanischen Technologieunternehmen Kuramoto Seisakusho Co. hält Schott nach eigenen Angaben 75 Prozent.

Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, 60 Mio. Euro in den Ausbau seiner Display-Glasaktivitäten am Standort Jena zu investieren. Zusätzlich zu der 2003 gestarteten Produktion von Dünngläsern für Flachbildschirme werde dort Mitte kommenden Jahres eine zweite Schmelzwanne in Betrieb gehen. Mit dem Ausbau würden etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen.

Nach den Angaben dominieren derzeit Anwendungen wie Computermonitore und Notebooks den Markt für die so genannten TFT- LCD-Flachbildschirme. Schon in wenigen Jahren aber würden Fernseher mit dieser Technologie den größten Anteil ausmachen und damit die Nachfrage nach großformatigen Glassubstraten erhöhen. Diese erlauben den Herstellern, mehr TFT-LCDs in einem einzigen Schritt zu fertigen und so die Produktionskosten zu senken. Der Markt werde in den nächsten Jahren voraussichtlich um 20 bis 30 Prozent pro Jahr wachsen, sagte Ungeheuer.

Gegenwärtig erwirtschaftet Schott nach eigenen Angaben 16 Prozent des Konzernumsatzes in Asien. Dort ist das Unternehmen in den Geschäftsfeldern optisches Glas und Glaskeramik, Verkapselung von elektronischen Komponenten und Glassubstrate für Flachbildschirme aktiv. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete der Konzern einen weltweiten Umsatz von zwei Mrd. Euro. Von den 17.000 Beschäftigten weltweit arbeiten etwa 2.000 an sechs Produktionsstandorten in China, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia und Singapur.(APA/dpa)

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