Vorsicht bei Weihnachtskarpfen

26. Dezember 2005, 12:48
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In den von Greenpeace getesteten Fischgerichten wiesen einige Karpfensorten gesundheitsschädliche Chemikalien auf

Wien - Ein Stichprobentest der Umweltorganisation Greenpeace lässt den Appetit auf Fisch zu Weihnachten vergehen. Karpfen, die in Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei gekauft wurden, waren mit gesundheitsschädlichen Chemikalien, so genannten Phthalaten (Weichmachern, Anm.), belastet. Ein in Österreich gekaufter Fisch wies die mit Abstand die höchste Belastung mit dem fortpflanzungsschädigenden Weichmacher DINP auf.

Bei dem in einem Fischgeschäft am Wiener Naschmarkt erworbenen Karpfen wurde laut Greenpeace der höchste Phthalat-Wert - 8,9 ppm (Teile pro Million) DINP - der gesamten Untersuchungsreihe nachgewiesen. Nur in dieser Probe fand sich auch das hormonell aktive Octylphenol. Eine bei einem Supermarkt in Wien gekaufte Probe enthielt demnach mit 0,8 ppm den bei weitem höchsten Wert von DEHP aller untersuchten Fische.

Gesundheitliche Gefahren

Auch die in den anderen drei Ländern gekauften Fische enthielten Konzentrationen von Weichmachern. So wurde in einem polnischen Karpfen die höchste Konzentration des Weichmachers DIBP gefunden, in einem slowakischen Fisch die höchste Konzentration DNBP. DEHP kann laut EU sowohl "die Fruchtbarkeit beeinträchtigen" als auch "das Kind im Mutterleib schädigen". Auch Octylphenol kann den Hormonhaushalt negativ beeinflussen und Störungen im Immunsystem und bei der Fortpflanzung verursachen, erklärte Greenpeace.

Unklar ist laut der Umweltorganisation, auf welchem Weg diese Stoffe in die Karpfen gelangt sind. Weichmacher und Alkyphenole, zu denen das Oktylphenol gehört, sind überall in der Umwelt verbreitet. Sie sind auch in anderen Tierarten und sogar im menschlichen Blut nachweisbar. Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Karpfen nicht mehr gegessen werden darf. Die Analyse-Ergebnisse seien aber Zeugen für die überall nachweisbare Umweltbelastung mit diesen giftigen Substanzen, erklärte die Umweltorganisation. (APA)

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    Einige Karpfenarten wiesen den fortpflanzungsschädigenden Weichmacher DINP auf.

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