Italiens Zentralbank droht Untersuchung wegen Fusionsaufsicht

8. Dezember 2005, 18:59
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Noch vor Weihnachten rechtliche Schritte der EU-Kommission erwartet

Brüssel - Die Europäische Kommission will gegen die italienische Zentralbank wegen deren Verhaltens bei grenzüberschreitenden Bankenfusionen vorgehen. Rechtliche Schritte würden voraussichtlich noch vor Weihnachten eingeleitet, kündigte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy am Donnerstag in Brüssel am Rande einer Industrie-Konferenz an.

Die Kommission wird der Zentralbank vorwerfen, bei der Aufsicht von Fusionen im italienischen Bankensektor gegen den freien Kapitalverkehr sowie die Niederlassungsfreiheit von Unternehmen verstoßen zu haben.

Beschwerde

Die niederländische Bank ABN Amro hatte sich bei der Kommission beschwert, dass die Bank von Italien bei der Übernahmeschlacht um die italienische Banca Antonveneta heimische Bieter bevorzugt habe. Die Zentralbank hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

ABN Amro hatte über Monate gegen den Rivalen Popolare Italiana um die Macht bei Antonveneta gerungen. In der Schlacht wurden auch gegen den italienischen Notenbank-Präsidenten Antonio Fazio Vorwürfe erhoben, heimische Kreditinstitute bevorteilt zu haben.

Regierungsmitglieder forderten wegen des Skandals den Rücktritt des auf Lebenszeit ernannten Notenbankchefs. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Amtsmissbrauch. Fazio hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/Reuters)

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