Erste Bank: ATX auch 2006 durch Ostfantasie im Vormarsch

8. Dezember 2005, 17:37
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Auf Jahressicht 3.700 Punkte erwartet - Mindestens 6 Prozent Kurspotenzial - Wiener Börse im internationalen Vergleich mit KGV von 13 attraktiv bewertet

Wien - Zwischen 6 und 10 Prozent Kurspotenzial räumt die Erste Bank der Wiener Börse im kommenden Jahr 2006 ein. "Das ist zwar nicht die brüllende Performance der vergangenen Jahre, der Aufwärtstrend bleibt damit aber intakt", sagt Chefanalyst Friedrich Mostböck. Auf Sicht von zwölf Monaten erwartet er einen ATX-Stand von 3.700 Punkten. Zur Zeit notiert der Index der wichtigsten heimischen Aktien mit 3.478 Zählern knapp unter seinen Rekordständen von Anfang Oktober.

Dass die Wiener Börse auch im kommenden Jahr - zum sechsten Mal in Folge - in Fahrt bleiben sollte (wenn auch mit schwächerer Dynamik), begründet Mostböck vor allem mit der ungebrochenen Ostfantasie in Verbindung mit einem höheren langfristigen Gewinnwachstum. Als weiteres gewichtiges Argument führt er die unverminderten Geldzuflüsse an. Zuletzt sei der monatliche Handelsumsatz im Prime Market auf knapp 8 Mrd. Euro gestiegen, sagte der Börsenexperte am Donnerstag vor Journalisten.

Was ebenfalls für Wien spreche, sei die im internationalen Vergleich attraktive Bewertung auf Basis des KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Trotz deutlich gestiegener Börsenkurse - allein in diesem Jahr hat der ATX rund 40 Prozent zugelegt - sei die Bewertung durch den positiven Trend bei den Gewinnschätzungen kaum gestiegen. Für 2006 hat Mostböck ein KGV von 12 errechnet. Zum Vergleich: 2005 liegt es schätzungsweise bei 13.

Das Bewertungsniveau selbst ist laut Erste-Analyst Günther Artner "auch absolut gesehen moderat", vor allem und nach wie vor im Vergleich zu den Anleihemärkten. "Aktien werden weiterhin generell mehr abwerfen als Anleihen", ist Mostböck überzeugt. Damit bestehe "kaum Abwärtsrisiko".

Für das erste Halbjahr 2006 rechnet Mostböck auf Grund internationaler Vorgaben vorerst mit einer Seitwärtsbewegung des Wiener Markts. Als Zielwerte für das 1. und 2. Quartal nennt er 3.400 bzw. 3.450 ATX-Punkte. Erwartete Zinserhöhungen in der Euro-Zone und den USA könnten kurzfristig belasten. Vom Sentiment her sei auch mit einer eher zögerlichen Haltung der Anleger in Erwartung der Zahlen zum ersten Vierteljahr zu rechnen, so Mostböck. Erst in der zweiten Hälfte 2006 sollte es nachhaltig aufwärts gehen.

Zum Kauf empfiehlt die Erste Bank derzeit die Aktien von Andritz (Kursziel: 100 Euro), Böhler-Uddeholm (170 Euro), Mayr-Melnhof (Kursziel in Überarbeitung), Verbund 300 Euro, RHI (32 Euro), Intercell (10,80 Euro) und Frauenthal (159 Euro). (APA)

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