Swisscom-Verkauf - Nur noch wenige Telcos unter Staatseinfluss

2. Dezember 2005, 13:19
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Nur Telecom Italia vollständig verkauft

In den Nachbarländern der Schweiz ist der Staat nicht mehr Hauptaktionär bei den Telekom-Unternehmen: In Deutschland sind noch 37 Prozent in Staatsbesitz, in Österreich gut 30 und in Frankreich 35 Prozent. In Italien ist die Privatisierung abgeschlossen.

In Deutschland wurden im Jänner 1995 die drei Postunternehmen Post, Telekom und Postbank in Aktiengesellschaften umgewandelt. Sie sollten sich so für den Gang an die Börse rüsten. Im November 1996 ging die Deutsche Telekom an die Börse. Beim größten Börsengang der deutschen Geschichte platzierte sie 713 Mio. Aktien für mehr als 20 Mrd. Mark (rund 10 Mrd. Euro) und damit 26 Prozent ihres Grundkapitals. Im Januar 1998 wurde der Markt vollständig liberalisiert: Über 30 Gesellschaften traten gegen die Deutsche Telekom an.

Die Telekom Austria befindet sich in einem Privatisierungsprozess, konkrete Schritte sind aber derzeit nicht geplant. Die Staatsholding ÖIAG beschloss im Mai 2004 den Verkauf von weiteren 17 Prozent der Telekom-Austria-Aktien an in- und ausländische Fonds. Zu dieser Zeit war der Staat noch mit 47,20 Prozent am börsenkotierten Unternehmen beteiligt. Gegenwärtig sind es noch gut 30 Prozent.

Die französische Regierung stieß erst im Juni Anteile im Wert von 3,4 Mrd. Euro an France Télécom ab. Der Staatsanteil sank damit auf 34,9 Prozent.

Die Telecom Italia wurde 1997 privatisiert und 1999 vom IT-Unternehmen Olivetti gekauft. Bis dahin hatte der Staat einen Restanteil von 3,5 Prozent gehalten.(APA/sda)

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