Bulgarische Agentur nennt mögliche Standorte

1. Dezember 2005, 15:51
166 Postings

Ex-Minister: Kein Zutritt zu US-Basis für rumänische Behörden - Zeuge: Gefangene wurden in Käfigen transportiert

Der ehemalige Verteidigungsminister Rumäniens, Ioan Mircea Pascu, hat der Nachrichtenagentur AP gegenüber eingeräumt, dass die rumänischen Behörden während des Irak-Kriegs keinen Zutritt zu Teilen des von den USA genutzten Militärflughafens Mihail Kogalniceanu hatten. Ob dort Gefangene festgehalten worden seien, entziehe sich somit seiner Kenntnis.

Die Washington Post hatte Anfang November berichtet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA ein Netzwerk von Geheimgefängnissen in mehreren osteuropäischen Ländern betreibe. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vermutet zwei dieser sogenannten "black sites" in Rumänien und Polen.

Bulgarische Agentur nennt mögliche Standorte

Die bulgarische Nachrichtenagentur Novinite berichtet nun, dass sich weitere Geheimgefängnisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Taszar in Ungarn, im ukrainischen Lv'iv, auf dem in der Nähe der Geheimdienstzentrale gelegenen Flugplatz Szczynto-Szymany in Polen, in Skopje (Mazedonien) Tbilisi (Georgien), Shkoder (Albanien), Burgas (Bulgarien) und in der Markuleshti Air Base in Moldau befänden.

Die Agentur beruft sich dabei auf einen anonymen Zeugen, der am Aufbau der Geheimgefängnisse beteiligt gewesen sein soll. Er berichtet, die Gefangenen seien in Behältern in der Größe eines Hundekäfigs an Bord von Hercules-Flugzeugen transportiert worden. Die Verdächtigen seien teils an Bord der Transportflugzeuge, teils in Gefängnissen aus der Sowjetzeit verhört worden.

Offiziell haben die Behörden der in Frage kommenden Staaten bisher die Existenz von Geheimgefängnissen bestritten. Einzig der tschechische Innenminister Frantisek Bublan bestätigte, dass die USA bei seiner Regierung wegen der Errichtung eines Anhaltelagers angefragt hätten. Prag habe dies aber abgelehnt. Nähere Details wollte Bublan unter Verweis auf die "Komplexität der Angelegenheit" nicht nennen.

Europäischer Gerichtshof ermittelt

EU-Justizkommissar Franco Frattini betont, der Betrieb von Geheimgefängnissen wäre "ein schwerer Verstoß gegen die Werte und Regeln der Europäischen Union. Solch eine schwere Verletzung könnte, wenn sie bewiesen ist, zu ernstzunehmenden politischen Sanktionen gegen ein EU-Mitglied führen." (bed)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schwer bewacht: Hercules-Transporter auf dem rumänischen Flugplatz Mihail Kogalniceanu.

Share if you care.