Glasfassade im Weltkulturerbe

20. März 2006, 20:46
8 Postings

Modernes Bürohaus der Architekten Kohlbauer und Frank ersetzt altes Steyr-Gebäude am Schwarzenbergplatz

Wien - Am Wiener Schwarzenbergplatz mit seinen historischen Repräsentationsbauten aus der Gründerzeit entsteht ab kommendem Frühjahr ein Bürohaus mit Glasfassade. Das Projekt der Architekten Martin Kohlbauer und Sepp Frank ersetzt das kürzlich abgerissene Steyr-Gebäude. Mit dem Weltkulturerbe-Prädikat der Wiener Innenstadt stehe der Neubau nicht in Konflikt, zeigte sich Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) am Donnerstag überzeugt.

In Platz eingerückt

Realisiert wird das achtstöckige Gebäude vom Immobilien- und Garagenunternehmen Breitenender. Im Frühjahr 2008 soll das Haus an der Einmündung des Rennwegs in den Schwarzenbergplatz fertig sein. Gegenüber dem alten Gebäude wird das Haus um rund zehn Meter in den Platz hineingerückt, was die Nutzfläche um 40 Prozent auf rund 10.000 Quadratmeter erhöht, die Symmetrie des Platzes nach Angaben der Architekten aber nicht stören soll.

Schicker zeigte sich bei der Präsentationspressekonferenz mit dem Projekt sehr zufrieden: "Es wird ein bisschen mehr Glas, aber auch eine starke Reminiszenz an die sonst dort vorhandenen Putzfassaden haben." Für die Fassadengestaltung hat es einen geladenen Wettbewerb gegeben, den Kohlbauer für sich entschieden hat. Die von Frank geplante geschwungene Gestaltung war zuvor vom Fachbeirat für Stadtgestaltung abgelehnt worden.

"Selbstbewusste Haltung"

Die nunmehrige eher geradlinige Fassadenstruktur zeige eine "eigenständige, selbstbewusste Haltung", betonte Kohlbauer. Es gebe eine "maßvolle Plastizität, die sehr wohl mit den benachbarten Gebäuden zu tun hat". Das Haus wird - wie die umliegenden Gebäude - eine Traufenhöhe von 26 Metern haben. Terrassenförmig zurückversetzt entstehen darüber zwei Dachgeschoße.

Laut Johann Breiteneder jun. von der Errichterfirma hat der Wettbewerb für eine viermonatige Verzögerung gesorgt. Auch bei der Nutzung gab es Planungsänderungen: Der Bau sollte zuerst als Hotel genutzt werden. In den kommenden Wochen soll endgültig die Einreichung des Projekts erfolgen. Realisiert werden Büros und einige Wohnungen, Geschäfts- und Gastronomieflächen sowie eine fünfgeschoßige Tiefgarage mit 1.780 Stellplätzen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.