Rechtsrahmen gegen Menschenhandel mangelhaft

25. November 2005, 13:00
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EU-Abgeordnete Prets präsentierte Folder "Die Ware Frau" und fordert Aufenthaltsgenehmigung und Betreuung für Opfer

Eisenstadt - Mit dem vorhandenen Rechtsrahmen betreffend Menschenhandel, und im speziellen Frauenhandel, dürfe man sich nicht begnügen, stellte die EU-Abgeordnete Christa Prets (S) am Freitag Freitag in Eisenstadt fest. "Denn die Praxis zeigt, dass gehandelt wird", sagte Prets im Rahmen einer Präsentation der von ihr erarbeiteten Broschüre "Die Ware Frau".

"Frauenhandel ist ein Tabuthema, weil die Konsumenten in allen Bevölkerungsschichten zu finden sind", so Prets. Die am Freitag gestartete internationale Kampagne "16 Tage gegen Gewalt" sei wichtig, aber "16 Tage sind zu kurz, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten".

"Von den schätzungsweise 600.000 bis 800.000 Männern, Frauen und Kindern, die jedes Jahr Oper des Menschenhandels über internationale Grenzen hinweg werden, sind etwa 80 Prozent Frauen und Mädchen und bis zu 50 Prozent Minderjährige. Die Opfer, darunter auch Buben, werden immer jünger", meinte Prets.

Aufenthaltsgenehmigung gefordert

Für Opfer des Frauenhandels fordert sie eine Aufenthaltsgenehmigung sowie die Betreuung und Beratung, denn in ihrem Herkunftsland hätten sie keine Chance mehr in der Gesellschaft. Ein international vernetztes System, ähnlich jenem der Drogenfahndung, wäre ebenfalls "wünschenswert". "Was wir brauchen, ist eine vergleichbare grenzübergreifende Datenbank", so die Abgeordnete.

Um potentielle Opfer im Herkunftsland und "Kunden" im Zielland zu erreichen, schlägt sie Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen vor. Auch Polizeibeamte sollen durch spezielle Schulungen im Umgang mit dem Thema Frauenhandel sensibilisiert werden. Verstärkte Razzien seien ebenfalls notwendig, so Prets.

Der Folder "Die Ware Frau" wird in Deutsch mit einer Auflage von 2.000 Stück bei NGO, Frauenorganisation, Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden aufliegen. Ziel ist die Verteilung - in der jeweiligen Sprache - in allen Ländern der EU. (APA)

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