19-Jährige wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

25. November 2005, 21:24
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Lud jüngere Freundinnen zu Sex-Spielen mit 43-jährigem Freund ein - 27 Monate Haft

Wien - Eine 19-jährige Wienerin ist am Donnerstag im Straflandesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu 27 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Sie hatte ihren um fast 28 Jahre älteren Freund mit jüngeren Freundinnen bekannt gemacht, der mit diesen sexuelle Handlungen vornahm. Dabei ließ er sich von seiner Komplizin fotografieren, die sich an den Sex-Spielen teilweise auch beteiligte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Ohne Vater aufgewachsen

Das Mädchen war erst 15, als sie den damals knapp 43-jährigen Mann kennen lernte. Er arbeitete als Kellner in einem Lokal, das sie hin und wieder besuchte. Sie war ohne ihren Vater aufgewachsen. Dieser hatte die Familie vor ihrer Geburt verlassen.

Die psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith stellte bei der Sonderschul-Absolventin eine gestörte Persönlichkeitsentwicklung, ein "lädiertes Selbstwertgefühl" sowie "Tendenz zur Abhängigkeit durch Haltsuche" fest. Soziale Reife sei zwar gegeben, die inzwischen 19-Jährige wirke aber "kindlich".

Vorbestraft

Der inzwischen 47-jährige Mann - wegen Vergewaltigung minderjähriger Mädchen zwei Mal vorbestraft - nützte die sich ihm bietende Gelegenheit aus. Er hatte nicht nur mit dem Mädchen sondern auch sexuelle Kontakte mit vier ihrer Freundinnen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren. Dabei wurde einigen Opfern weisgemacht, seine Freundin hätte Schwierigkeiten mit der Russen-Mafia. Sie werde erst dann in Ruhe gelassen, wenn sie aufreizende Bilder von jungen Mädchen auftreibe. Die Mädchen wollten ihrer Freundin mit den Bildern helfen. "Sie hat mir Leid getan", erklärte später eine 13-Jährige.

Das Paar war in dieser Sache bereits zu Jahresbeginn im Straflandesgericht verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob die Urteile allerdings aus formalen Gründen auf. Die Strafe des Mannes wurde um ein Jahr auf acht Jahre Haft plus Einweisung in eine Anstalt für gefährliche Rückfalltäter reduziert. Für die Mittäterin wurde eine neuerliche Verhandlung angeordnet.

"Nicht freiwillig"

"Es war sein Wunsch, dass es so gemacht wird. Ich hab' nicht freiwillig mitgemacht! Aber das glaubt mir ja keiner", erzählte die 19-Jährige. Im Übrigen verwies sie auf eine Therapie, die sie im Gefängnis in Anspruch nimmt, um ihr Leben in den Griff zu kriegen. (APA)

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