Österreich bestraft vor allem Suchtgiftbesitz

30. November 2005, 14:07
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Drogenproblem in immer mehr EU-Staaten als öffentliches Ärgernis betrachtet

Laut Europäischer Drogenbeobachtungsstelle (EBBD), die am Donnerstag in Brüssel ihren Jahresbericht präsentierte, sind Entwicklungen zu beobachten, die offenbar mit dem gesellschaftlichen Umfeld zusammen hängen: Von 1998 bis 2003 erhöhten sich in den meisten EU-Ländern die Berichte über Drogendelikte. In Österreich ging die Zahl allerdings seit 2002 wieder zurück. Weiterhin aber werden vor allem Drogenbenutzer für den Konsum und den Besitz bestraft.

"Kleine Fische"

Das sind allerdings die "kleinen Fische". Die Experten: "In den meisten EU-Mitgliedsstaaten bezieht sich die Mehrheit der gemeldeten Drogendelikte nach wie vor auf Drogenkonsum oder Drogenbesitz für den eigenen Gebrauch; dieser Anteil bewegt sich zwischen 39 Prozent und 87 Prozent in Österreich und dem Vereinigten Königreich. In der Tschechischen Republik und Luxemburg beziehen sich 91 Prozent bzw. 46 Prozent der gemeldeten Drogendelikte auf den Drogenhandel oder -schmuggel (...)."

Öffentliches Ärgernis

Eine weitere Tendenz: In immer mehr Staaten der EU wird das Drogenproblem von Gesellschaft und Politik als öffentliches Ärgernis betrachtet. Gesetze sollen dagegen helfen. Vandalismus, Unsicherheitsgefühl und viele andere Erscheinungen werden hier in einen Topf geworfen. Die Medien dürften hier eine wesentliche Rolle spielen. Sie dürften auch Zusammenhänge "konstruieren", der Öffentlichkeit präsentieren und so auch politisches Handeln verursachen. Freilich, Drogensucht ist weiterhin eine Krankheit der Betroffenen und kein Problem, das durch Wegweisen oder andere Maßnahmen, die öffentliches Ärgernis verhindern sollen, langfristig zu bewältigen ist. (APA)

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