Lenzing: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

8. Dezember 2005, 17:41
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Umsatz stieg in der ersten drei Quartalen um 9,4 Prozent auf 697,6 Millionen Euro - Reingewinn um 11 Prozent auf 50,8 Millionen Euro gesunken

Wien - Der börsenotierte Faserhersteller Lenzing AG hat im dritten Quartal unter einer weiterhin schwachen Faserkonjunktur und ungünstigen Preisentwicklungen gelitten. In den ersten neun Monaten 2005 stieg der Konzernumsatz zwar um 9,4 Prozent auf 697,6 Mio. Euro nach 637,5 Mio. Euro, der Reingewinn blieb mit 50,8 (57) Mio. Euro jedoch um 11 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Lenzing erwartet auch im vierten Quartal 2005 und ersten Halbjahr 2006 verstärkten Kostendruck.

Für 2005 sei angesichts der im Jahresverlauf erheblich verschlechterten Rahmenbedingungen insgesamt mit einem zufrieden stellenden Ergebnis zu rechnen, das aber hinter dem sehr guten Ergebnis 2004 zurückbleiben wird, teilte Lenzing am Donnerstag ad hoc mit.

Der Kostendruck auf der Rohstoff- und Energieseite sowie die Verlagerung der Nachfrage nach Asien werde sich bis ins erste Halbjahr 2006 weiter verstärken. Lenzing werde diesen veränderten Kostenstrukturen und Warenströmen mit Kostenoptimierungen auf allen Prozessebenen und an allen Standorten rechtzeitig entgegensteuern. Marktseitig sei mit einer leichten Belebung der Mengennachfrage bei Fasern zu rechnen.

Schwacher Markt

Der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen konnte trotz schwachem Markt und rückläufiger Faserpreise durch Mengensteigerungen sowie infolge der erstmaligen Konsolidierung der Unternehmensgruppe Tencel im gesamten Berichtszeitraum erreicht werden.

Das Neunmonats-EBITDA blieb mit 115,5 (115,3) Mio. Euro auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis (EBIT) ging um 8,9 Prozent auf 68,8 (75,5) Mio. Euro zurück, das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank um 13,6 Prozent auf 67,4 (78) Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 9,9 (11,9) Prozent, die EBITDA-Marge bei 16,6 (18,1) Prozent. Damit habe Lenzing auch in schwierigeren Zeiten seine Position als eines der ertragsstärksten Unternehmen in der Faserindustrie behaupten können.

Im Geschäftsfeld Faser habe sich die Abschwächung der globalen Faserkonjunktur im dritten Quartal fortgesetzt. Die ungünstige Preisentwicklung betraf sowohl die Business Unit Faser Textil als auch die Business Unit Faser Nonwovens. Die Faserpreise erreichten ihren bisherigen Jahrestiefststand.

Steigende Energie- und Rohstoffkosten

Das Unternehmen sehe sich zudem mit stark steigenden Energie- und Rohstoffkosten konfrontiert, heißt es weiter. Die Kosten für Primärenergie seien um rund 15 Prozent gestiegen, was einer Mehrbelastung von rund 4,5 Mio. Euro entspreche.

"Die Preis-Kostenschere im Faserbereich konnte trotz Vollauslastung an allen Standorten und verbessertem Produktmix nicht zur Gänze ausgeglichen werden, weshalb Faserpreiserhöhungen in den kommenden Monaten sukzessive implementiert werden", kündigte Lenzing an.

Lenzing Plastics entwickelte sich anhaltend positiv, sieht sich aber mit drastischen Preiserhöhungen bei Rohmaterialien konfrontiert. Lenzing Technik erzielte in den ersten neun Monaten 2005 neuerlich ein sehr gutes Ergebnis, das an das Rekordergebnis des Vorjahres anschloss.

Bei Lenzing Papier brachte das dritte Quartal 2005 keine Änderung der unbefriedigenden Marktsituation. Neben laufenden operativen Kostenoptimierungen wurde nun auch mit der Belegschaft ein Kosteneinsparungsprogramm vereinbart, das mithelfen wird, die Ertragslage zu verbessern, so Lenzing. (APA)

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