Wiener Städtische startet Kapitalerhöhung noch heuer

8. Dezember 2005, 17:41
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Bezugsfrist beginnt am 2. Dezember - Gewinnprognose für 2005 nach starkem Gewinnanstieg in ersten neun Monaten angehoben

Wien - Die im Mai beschlossene große Kapitalerhöhung um rund 20 Prozent des Grundkapitals wird die Wiener Städtische Allgemeine Versicherung AG schon Anfang Dezember durchführen, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt und bestätigte damit auch einen Bericht des "Handelsblatts". Die Bezugsfrist werde am 2. Dezember beginnen so die Städtische.

Gesteigerter Gewinn

Die Versicherung hat ihren Vorsteuer-Gewinn in den ersten neun Monaten im Konzern kräftig um 76 Prozent auf 188 Mio. Euro gesteigert und erhöht daher ihr Gewinn-Ziel für das Gesamtjahr 2005 auf zirka 220 Mio. Euro. Dies sind um über 40 Prozent mehr als der Vorjahreswert von rund 156 Mio. Euro nach IFRS, wie die Wiener Städtische am Donnerstag ad hoc bekannt gab.

Ein Fünftel mehr Einnahmen

In den ersten neun Monaten sorgten bei der Wiener Städtischen die Lebensversicherung und das Auslandsgeschäft als Wachstumsmotor weiter für hohe Prämiensteigerungen.

Der Konzern steigerte die abgegrenzten Bruttoprämien bis September um 21,1 Prozent auf 3,64 Mrd. Euro; dabei wuchsen die inländischen Gesellschaften um 15,1 Prozent auf 2,36 Mrd. Euro. Der in Österreich erzielte Konzerngewinn vor Steuern lag mit 126,51 Mio. Euro um 52,2 Prozent über dem Vorjahresvergleich. In der Gruppe stiegen die verrechneten unkonsolidierten Prämien um 19,2 Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro.

Die Combined Ratio des Konzerns nach Rückversicherung (ohne Berücksichtigung von Veranlagungserträgen) sei in den ersten neun Monaten d.J. auf rund 96 Prozent weiter reduziert worden. Das Finanzergebnis des Konzerns sei um 50,1 Prozent auf 448,05 Mio. Euro gewachsen, gab die Wiener Städtische am Donnerstag weiter bekannt.

Kapitalanlagen auf 13,86 Milliarden Euro gestiegen

Die gesamten Kapitalanlagen des Konzerns wuchsen demzufolge um 12,1 Prozent auf 13,86 Mrd. Euro. Der "Embedded Value" des Konzerns habe zum Stichtag 30.9. eine Größe von 2,678 Mrd. Euro erreicht. Diese Kennziffer veröffentlicht die Wiener Städtische nach eigenen Angaben erstmals als einziger österreichischer Versicherungskonzern. Beim Embedded-Value-Ansatz werden die künftig erwarteten Gewinne des Assekuranzgeschäfts der gesamten Bestandsrestlaufzeit berücksichtigt.

Bei den Prämieneinnahmen nach Sparten verzeichnete der Wiener Städtische Konzern heuer bis September in Schaden/Unfall ein Plus von 13,9 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro abgegrenzte Bruttoprämien. Im Ausland wuchs man hier um 21,9 Prozent auf 832,03 Mio. Euro, im Inland um 8,1 Prozent auf 1,01 Mrd. Euro.

Die Lebensversicherung legte insgesamt um 33,9 Prozent auf 1,58 Mrd. Euro zu, dabei im Ausland um 64,7 Prozent auf 443,23 Mio. Euro, im Inland um 24,7 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro abgegrenzte Bruttoprämien. In der Zukunftsvorsorge konnte die Städtische ihre "Prämienpension" seit dem Verkaufsstart im Jahr 2003 mehr als 160.000 mal verkaufen, heuer bereits rund 40.000 mal.

Die Krankensparte wuchs im Konzern bis September um 4,3 Prozent auf 216,89 Mio. Euro.

Gewinne im Ausland

In Tschechien erzielte man bei 636,03 Mio. Euro Bruttoprämien (+20,8 Prozent) einen Gewinn vor Steuern von 31,16 Mio. Euro (+13,3 Prozent). In der Slowakei waren es bei 233,28 Mio. Euro Prämie (+14,4 Prozent) 21,45 Mio. Euro Vorsteuergewinn (+62,5 Prozent).

Auf den restlichen Märkten wurden 405,94 Mio. Euro abgegrenzte Bruttoprämien eingenommen, ein Zuwachs von 83,5 Prozent; zu diesen Märkten zählen Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Liechtenstein, Polen, Rumänien, Serbien-Montenegro, Slowenien, die Ukraine, Ungarn und Weißrussland.(APA)

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