Training I: Walchhofer in Topform

26. November 2005, 22:19
2 Postings

Salzburger im frühlingshaften Lake Louise-Training Zweiter hinter Deneriaz - Maier beklagt Abstimmungsprobleme

Lake Louise - Antoine Deneriaz hat beim Comeback nach seiner schweren Knieverletzung vergangenen Jänner am Mittwoch in Lake Louise das erste offizielle Abfahrtstraining der Olympiasaison dominiert. Der Franzose war auf der wegen Schneemangels verkürzten Strecke in 1:40,12 Min. fast eine halbe Sekunde schneller als Weltcupsieger Michael Walchhofer, hatte allerdings auch einen Torfehler. Der Salzburger ist und bleibt aber der große Favorit für die erste Saisonabfahrt am Samstag (20:30 Uhr).

Glatte Weichschneepiste

Die Plusgrade und der fast schon firnartige Schnee sorgten bei frühlingshaften Bedingungen am Mittwoch in Lake Louise für eine glatte Weichschneepiste, die die Fahrer nur wegen der Temperaturen ins Schwitzen brachte. Hinter Deneriaz, Walchhofer und Marco Büchel belegten Kristian Ghedina, Andreas Schifferer, Hans Grugger und Weltmeister Bode Miller die Plätze vier bis sieben, während Hermann Maier über Rang 25 (+1,93 Sek.) nicht hinaus kam.

Maier: "Autobahn"

Der Sölden-Sieger bestätigte danach, dass er im Speed-Bereich momentan noch gar nicht glücklich ist. "Bei mir passt vor allem punkto Abstimmung Schuh/Ski noch einiges nicht, die Schwungaufteilung ist einfach noch nicht rund", klagte Maier, dass auch das intensive Training in Sun Peaks nicht ausreichend weiter geholfen hat. "Viele Trainingsläufe zu fahren bedeutet, nicht gut in Form zu sein", flüchtete der Ski-Superstar in Galgenhumor. Maier fehlt in Lake Louise noch ein Abfahrtssieg. "Die Piste ist derzeit eigentlich eine Autobahn. Es wäre schön, schneller fahren zu können", so Maier.

Walchhofer: "Es fehlt noch der Biss"

Auch Walchhofer war mit seiner ersten Trainingsfahrt nicht vollauf zufrieden. "Es fehlt noch der Biss. Es war so warm und ich noch viel zu lasch. Dafür ist die Zeit aber eh gut", sagte der Titelverteidiger im Abfahrts-Weltcup, der in Sun Peaks seine Kollegen in Grund und Boden gefahren hatte. "Speziell in der Abfahrt hat mich das selbst überrascht", gestand Walchhofer. "Das bedeutet noch mehr, dass ich meine Nummer-eins-Position verteidigen muss und auch will."

Flachpassage am Start

Wegen der Verkürzung der Strecke müssen die Fahrer in diesem Jahr am Start ordentlich antauchen. "Du kannst schräg wegfahren oder nach unten, dann musst aber nochmals kurz bergauf fahren", schilderte Walchhofer die Startpassage, wo die ideale Linie vielleicht rennentscheidend werden könnte. Die Läufer wurden aber bereits gewarnt, dass beim zuletzt immer wieder gesehenen Abstoßen vom Starthaus oder bei einem "fliegenden" Start sofort die Disqualifikation droht.

Ganz andere Probleme hatte der Schweizer Oliver Brand, der im Steilhang schwer zu Sturz kam und mit dem Helikopter abtransportiert werden musste. Der 25-Jährige wurde mit Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung im rechten Knie ins Spital nach Banff geflogen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hermann Maier zählt in Lake Louise nicht unbedingt zu den Favoriten.

Share if you care.