Äthiopische Truppen besetzen Pufferzone an Grenze zu Eritrea

30. November 2005, 07:25
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"Sorge" wegen Teilrückzugs der UNO-Soldaten

Asmara - Mit der Besetzung einer Pufferzone an der Grenze zu Eritrea durch Truppen des Nachbarlandes Äthiopien haben die Spannungen zwischen den einstigen Kriegsgegnern erneut zugenommen. Äthiopische Soldaten haben nach Angaben einer Sprecherin der Vereinten Nationen den östlichen Sektor der entmilitarisierten Sicherheitszone von Samstag bis Mittwoch besetzt.

Diesen Schritt hätten sie mit Sorgen wegen des Teilrückzugs der UNO-Soldaten aus der strategisch wichtigen Region begründet. Erst am Vortag hatte der UNO-Sicherheitsrat in einer Resolution Äthiopien und Eritrea mit Wirtschaftssanktionen gedroht, sollten die beiden Staaten nicht zu ihrem Friedensabkommen von 2000 zurückkehren. Darin wurde Eritrea zudem aufgefordert, das Flugverbot für UNO-Hubschrauber wieder aufzuheben. Beide Länder sollen ihre Einheiten an der Grenze auf Stellungen vom Dezember zurückziehen.

"Keim für weitere Spannungen"

Die Regierung Eritreas reagierte darauf am Donnerstag mit der Erklärung: "Der Sicherheitsrat hat eine weitere bedauerliche Resolution angenommen". Damit würden nicht Frieden und Sicherheit in der Region gefördert, sondern der Keim für weitere Spannungen und Konflikte angelegt.

Angesichts der Truppenbewegungen beiderseits der Pufferzone sei die militärische Lage angespannt, sagte die UNO-Sprecherin. Truppenbewegungen hatten zuletzt die Angst vor einem erneuten Krieg in der Region geschürt. Beide Länder haben zwischen 1998 und 2000 schon einmal gegeneinander gekämpft. Damals wurden rund 70.000 Menschen getötet. In jüngster Zeit nahmen die Spannungen wieder zu.

Eritrea wirft Äthiopien vor, eine bindende Entscheidung über den Grenzverlauf zu missachten. In dem Friedensabkommen von 2000 ist unter anderem festgelegt, dass UNO-Friedenstruppen eine Pufferzone zwischen beiden Ländern überwachen. Seit dem 5. Oktober können die UNO-Soldaten mit einer Sollstärke von 3300 Mann ihren Pflichten nur eingeschränkt nachkommen, weil Eritrea neben Hubschrauberflügen auch andere Aktivitäten der Friedenstruppe untersagte. (APA/Reuters)

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