Corporate Gifts

25. November 2005, 15:34
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Wenn es ums Schenken geht, steht bei Unternehmen die Kundenbindung im Vordergrund - ein Grundsatz, der auch für Siemens Österreich gilt, aber nicht ausschließlich

"Ein Siemens-Christkind, das die Wunschliste der Mitarbeiter entgegennimmt, gibt es nicht", meint Peter Baumgartner mit einem Augenzwinkern. Er ist Leiter der Corporate Communications bei Siemens Österreich und somit Vorstand jener Abteilung, die auch für die (Werbe-)Geschenke des Konzerns zuständig ist. Ihre Beschaffung und Verteilung wird zentral von der Unternehmenskommunikation organisiert. Wenn einzelne Abteilungen Geschenke für Kunden benötigen, wenden sie sich an Baumgartners Mitarbeiter. Diese haben einen Produktkatalog mit diversen Präsenten parat, aus dem das Passende gewählt werden kann.

Ein Werbegeschenk ist in erster Linie ein Instrument der Kundenbindung, dessen Zweck es ist zu zeigen, dass man an den Kunden denkt. "Es gibt beispielsweise Geschenkpakete für bestimmte Anlässe wie Geburtstage, Neujahr, Weihnachten oder auch einfach so, als Dankeschön. Schenken ist mehr ein symbolischer Akt", erklärt Baumgartner. Siemens hat deshalb keine großen, exklusiven Geschenke in petto. Im Osterpaket etwa finden sich Ostereier, Schokolade, eingelegte Karotten und Weißwein. Zum Geburtstag bekommen Kunden ebenfalls ein Geschenkkörbchen mit allerlei kulinarischen Leckerbissen, wie Pasta und Olivenöl.

In Zusammenarbeit mit "Gabarage", einem sozialökonomischen Betrieb, der ehemalige Drogensüchtige auf einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt vorbereitet, wurden alte, ausrangierte Siemens-Fahnen zu Notebook- und Umhängetaschen umgearbeitet. Diese so genannten "Flag-Bags", 450 an der Zahl, finden ebenfalls als Kundengeschenk Verwendung.

Und wie werden Mitarbeiter belohnt? Zum Beispiel an runden Geburtstagen? "Ich kann nur sagen, was für das ganze Unternehmen gilt. In diesem Zusammenhang setzt jeder Geschäftsbereich seine eigenen Aktivitäten", antwortet Baumgartner. "Aber für Mitarbeiter, die schon sehr lange bei uns im Unternehmen sind, gibt es so genannte Jubilarenfeiern, Veranstaltungen, bei denen der jeweilige Mitarbeiter geehrt wird", fügt er hinzu. Allerdings bekommt der Jubilar auch hier kein großartiges Geschenk: "Das Geschenk besteht aus der Ehrung und Anerkennung durch das Unternehmen." Auch zu Weihnachten gibt es keine konzernweite Geschenkaktion.

Dennoch gibt es etwas, das hausintern sehr wohl belohnt wird: Innovation - und zwar über ein so genanntes "Incentive System", auch "Innovationsmanagement" genannt. "Wir leben als technisch orientiertes Unternehmen selbstverständlich von Innovation. Über dieses System können Mitarbeiter neue Geschäftsideen oder auch Verbesserungsvorschläge für bestehende Prozesse einbringen", erklärt der Siemens-Kommunikationschef. Für einen praktikablen Vorschlag gibt es eine Anerkennung - nicht nur eine symbolische, sondern eine handfeste: "Die Prämien sind ganz unterschiedlich. Das kann ein Wochenende mit einem tollen Auto oder auch ein Wellnessurlaub sein."

Mittlerweile setzen viele Unternehmen anstelle teurer Präsente auf Spenden. Auch Siemens lässt sich da nicht lumpen. "Soziale und gesellschaftliche Verantwortung ist ein ganz wichtiges Anliegen unseres Konzerns. Zum Beispiel unterstützen wir seit vielen Jahren finanziell das Bienenhaus, ein heilpädagogisches Projekt der SOS-Kinderdörfer, in dem traumatisierten Kindern geholfen wird", sagt Baumgartner. (max/Der Standard/rondo/24/11/2005)

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