"Rote Barette" in Mord an Belgrader Journalisten Curuvija verwickelt

27. November 2005, 17:58
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Zwei verdächtige Angehörige der Sonderpolizeieinheit wurden nie verhört

Belgrad - Die frühere berüchtigte serbische Sonderpolizeieinheit "Die roten Barette" dürfte vor sechs Jahren in die Ermordung des serbischen Journalisten Slavko Curuvija verwickelt gewesen sein, meldete der Belgrader Sender B-92 am Mittwoch. Der Inhaber einer regimekritischen Tageszeitung wurde im April 1999 im Belgrader Stadtzentrum ermordet. Die Täter wurden nie gefasst.

B-92 meldete unter Berufung auf frühere Angehörige einer Polizeieinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, dass die Polizei nach der politischen Wende in Belgrad im Jahre 2000 zu Erkenntnissen über die Verwicklung von zwei Angehörigen der "Roten Barette" in die Ermordung von Curuvija gekommen sei. Trotz klarer Indizien wurden diese allerdings nie einvernommen.

Angekündigter Tod

Curuvija wurde während der NATO-Luftangriffe getötet. Sein Tod war wenige Tage vorher in einem Regimeblatt quasi angekündigt worden. In Belgrad wurde in den vergangenen Jahren viel darüber spekuliert, dass der Anschlag auf Curuvija im Auftrag der Chefin der einst einflussreichen neokommunistischen JUL-Partei, Mirjana Markovic, der Gattin des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, verübt worden sein dürfte.

Die inzwischen aufgelösten "Rote Barette" waren auch im März 2003 in die Ermordung des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic verwickelt. Angehörige derselben Einheit beteiligten sich auch am Mord am früheren Präsidenten Serbiens, Ivan Stambolic, im August 2000. Von derselben Einheit wurden auch zwei gescheiterten Attentate (im Oktober 1999 und Juni 2000) auf den derzeitigen Außenminister Serbien-Montenegros, Vuk Draskovic, verübt. (APA)

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