Mexiko: Zapatisten trennen sich von politischem Arm

29. November 2005, 19:44
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Frühere Befreiungsarmee will bei Präsidentschaftswahl antreten - Wiedervereinigung der Linken angestrebt

San Cristobal de las Casas - Die zapatistischen Rebellen in Mexiko trennen sich von ihrem politischen Arm. Ab Freitag werde die Schwesterorganisation Zapatistische Nationale Befreiungsfront (FZLN) "aufhören zu existieren", erklärte der Anführer des Zapatistischen Befreiungsheers (EZLN), Subkommandante Marcos, am Mittwoch. Die Rebellenorganisation verstehe sich von nun an als "bürgerliche, friedfertige, anikapitalistische und linke politische Organisation". Künftig trete sie für "eine neue Art" Politik ein.

Wiedervereinigung der Linken geplant

Hintergrund der Entscheidung ist der von den Rebellen geplante "alternative Wahlkampf" vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Juli. Die landesweite Kampagne soll Anfang Jänner beginnen und zielt auf eine Vereinigung der Linken im Land. Die EZLN hatte im Juli angekündigt, sich künftig stärker in die nationale Politik ihres Landes einzumischen. Der Kampf für die Interessen der Chiapas-Indianer werde zwar fortgeführt, das EZLN werde aber auch "für die Ausgeschlossenen und Benachteiligten" im allgemeinen einsetzen. Rebellenführer Marcos hatte im Juni indirekt einen Gewaltverzicht der EZLN verkündet.

Das EZNL hatte sich am Neujahrstag 1994 erhoben, um im mexikanischen Bundesstaat Chiapas gegen die bittere Armut sowie für mehr Indianerrechte und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Mehr als 50 Prozent der rund 106 Millionen Mexikaner lebt in Armut. Chiapas gehört zu den ärmsten Bundesstaaten des Landes. (APA/AFP)

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