Warum das Antarktis-Eis vor 14 Millionen Jahren zu wachsen begann

27. November 2005, 14:30
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Deutsche Forscher sehen CO2-Abnahme in der Atmosphäre und geänderte Neigung der Erdachse als Ursachen

Kiel - Weniger Kohlendioxid in der Atmosphäre und eine geänderte Neigung der Erdachse sind einer deutschen Studie zufolge für das Wachsen der antarktischen Eiskappe vor rund 14 Millionen Jahren verantwortlich. Damals endete eine Warmphase auf der Erde, nach der sich das Eis auf dem antarktischen Kontinent innerhalb von 80.000 Jahren stark vergrößerte. Das Team um Prof. Wolfgang Kuhnt von der Universität Kiel präsentiert seine Arbeit in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Nature" (Bd. 438, S. 483, doi:10.1038/nature04123) vom Donnerstag.

Die Bahn der Erde um die Sonne verändere sich regelmäßig, berichtet Kuhnt. "Während der Abkühlung hat eine derartige Veränderung stattgefunden, die eine Abnahme der Temperaturen im arktischen Sommer mit sich brachte. So konnte der antarktische Eisschild ab diesem Zeitpunkt im Sommer nicht mehr abschmelzen und wuchs kontinuierlich an", schreibt der Geowissenschaftler.

Die Rolle des Kohlendioxids

Gleichzeitig habe sich der Gehalt des für das Klima bedeutsamen Gases Kohlendioxid in der Atmosphäre verringert. Den Nachweis erbrachten Untersuchungen von Meeresablagerungen in zwei Bohrkernen aus dem subtropischen Pazifik. Die Analyse von Sauerstoff- und Kohlenstoffisotopen in den Kalkschalen winziger Meeresorganismen (Foraminiferen) erlaube Rückschlüsse auf das Eisvolumen und die Kohlendioxidwerte. Die Forschergruppe aus Kiel und Bremen betrachtete einen Zeitraum von rund zwei Millionen Jahren. Sie erhielt dabei Werte im zeitlichen Abstand von 4.000 Jahren.

Kohlendioxid gilt als eines der wichtigsten Treibhausgase in der Erdatmosphäre. Diese Gase lassen kurzwellige Sonnenstrahlung bis zur Erdoberfläche vordringen, reduzieren aber die Ausstrahlung langwelliger Wärmestrahlung in den Weltraum. In der aktuellen Diskussion um eine globale Erderwärmung wird Kohlendioxid eine entscheidende Rolle beigemessen. Seit der industriellen Revolution ist der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stark gestiegen.(APA/dpa)

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