Wiener Grüne erfinden ein neues Gremium

25. November 2005, 12:36
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Umstrukturierung soll intern Ruhe bringen - Spannung über Personen im Gremium ist angesagt -mit Grafik

Wien - Nach den internen Querelen der letzten Tage ziehen die Wiener Grünen nun die Notbremse. Die Führungsstruktur wird neu geordnet.

Am Mittwoch präsentierten Klubchefin Maria Vassilakou und Landessprecher Albert Steinhauser erste Pläne. Das Ziel ist klar formuliert: Mit dem neuen Gremium soll in Zukunft verhindert werden, dass "es zu öffentlich ausgetragenen Konflikten kommt", wünscht sich Vassilakou. Entscheidungen sollen, hofft Vassilakou, im Vorfeld beraten und koordiniert werden. Das neue Spitzengremium, für das es noch keinen Namen gibt, soll demnach aus Vertretern des Klubs, der Landesgruppe und der Bezirke bestehen. Getagt soll jedenfalls schon heuer werden. Welche Personen dann konkret mit von der Partie sind, ist noch offen.

Spannung ist angesagt

Dieser heikle Punkt soll in den kommenden Wochen geklärt werden: Fix ist derzeit nur, dass Steinhauser und Vassilakou Mitglieder sind. Spannung ist angesagt: Der seit längerem tobende Streit innerhalb der Wiener Landesgruppe hat sich nämlich ausgerechnet an dieser Frage entzündet - im Kampf um Stadtratsposten und Ausschussmitgliedschaften.

Große Widerstände erwartet Vassilakou trotzdem nicht. Sie hofft, dass nun Friede einkehrt. Wobei: Die Gefahr einer Spaltung habe es nie gegeben. Was es gebe, seien Differenzen zwischen altgedienten Abgeordneten, Konflikte, die zum Teil noch aus der Gründungszeit der Grünen stammen.

Monika Vana, nicht amtsführende Stadträtin und Vertreterin des linken Flügels, meinte, dass man alle auf dem Tisch liegenden Vorschläge prüfen werde. Für Landessprecher Steinhauser befinden sich die Grünen dank der Zuwächse in einer neuen Situation: "Das Wachsen zeigt aber, dass die Grünen kein Kaffeekränzchen mehr sind, wo sich in einer kleinen Runde schnell was entscheidet."

Gegen Basisdemokratie

Deutliche Worte findet Grün-Mandatar Christoph Chorherr in seinem Weblog: "Ich halte ,Basisdemokratie' für eine gefährliche Illusion, die zwangsläufig zu Hinterzimmern und Intransparenz führt." Klare demokratische Spielregeln, eine gewählte Führung, der auch Kompetenzen eingeräumt werden, seien notwendig. (APA, pm, DER STANDARD Printausgabe 24.11.2005)

  • Die Grünen in Wien
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