CIA-Jet über Österreich wird untersucht

29. November 2005, 13:06
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Menschenrechtsorganisation: Flugdaten der Hercules N8183J an Europarat weitergegeben

Wien – Die Reaktion kam einigermaßen spät. Bereits am 9. November hatte der DER STANDARD unter Verweis auf einen Artikel der britischen Zeitung "The Guardian" weiter recherchiert. Am 21. Jänner 2003 war eine Maschine der CIA-Tarnfirma "Tepper Aviation" von Frankfurt am Main Richtung Aserbaidschan in den österreichischen Luftraum eingedrungen. Der Flug führte zu einem Einsatz der Draken, da sich die Hercules AC-130 mit der Flugnummer N8183J als "zivil" deklarierte, obwohl sie vom militärischen Teil des Frankfurter Flughafens kam und militärische Geräte an Bord hatte.

Österreichische Medien, die nun zwei Wochen später über den Flug berichteten, bezogen sich auf einen Artikel der Berliner Zeitung von Dienstag - allerdings ohne neue Fakten. Verteidigungsminister Günther Platter verteidigte das Vorgehen des Ministeriums. Die Draken seien aufgestiegen und hätten die Maschine bis zur Landesgrenze begleitet und dann den Luftstreitkräften des Nachbarlands übergeben. Es sei üblich gelindere Mittel einzusetzen und Flugzeuge nicht gleich zum Landen zu zwingen.

Schließlich würden die Draken 80 bis 100 Mal pro Jahr aufsteigen. Laut Verteidigungsministerium gibt es 17.000 bis 18.000 militärische Überflüge über Österreich pro Jahr. John Sifton von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in Washington über die Hercules mit der Nummer N8183J zum STANDARD: "Wir haben dieses Flugzeug schon in Frankfurt ausgemacht. Es hat die Erlaubnis alle US-Militärbasen im Ausland anzufliegen."

Diese Hercules sei aber im Zusammenhang mit dem Transport von CIA-Häftlingen nicht konkret verdächtig. Sie gehört aber zu jenen 31 Flugzeugen, deren Daten HRW an den Europarat weitergegeben hat, weil angenommen wird, dass sie vom US-Auslandsgeheimdienst CIA benützt wird. "Die N8183J ist auf der Liste der Flugzeuge." (awö, DER STANDARD, Print, 24.11.2005)

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