Großstädte: Keine reinen Problemfälle

25. November 2005, 13:15
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Urbanität und nachhaltige Ressourcen­nutzung schließen einander nicht prinzipiell aus: Es braucht nur die richtige Strategie

Die Welt wird immer stärker von urbanen Zentren geprägt. Nirgendwo sonst zeigen sich die dominanten Gesellschaftsordnungen und wirtschaftliche Systeme deutlicher als in den großen städtischen Agglomerationen. Der Anteil an Menschen, die in Städten leben, nimmt rasant zu. Im Jahre 2030 werden bereits 80 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Es stellt sich die Frage, wie künftige Entwicklungen im urbanen Raum so beeinflusst werden können, dass alle BewohnerInnen unter der Prämisse Nachhaltigkeit am wirtschaftlichen, sozialen und technischen Fortschritt teilhaben können.

Verkehrsproblematik, Müll, Energie- und Materialverbrauch und soziale Ungleichheit spitzen sich in urbanen Ballungsräumen extrem zu. Auf den ersten Blick könnte der (groß)städtische moderne Lebensstil als Verkörperung von Nicht-Nachhaltigkeit angesehen werden. Städte werden oft als Problemfall skizziert, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht.

Nachhaltige Nutzung sehr wohl möglich

Städte bieten jedoch gerade auf Grund der Vielzahl und der räumlichen Dichte ausgezeichnete Möglichkeiten zur nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen. Es gibt in Städten beispielsweise einen größeren Handlungsspielraum beim Recycling oder der Wiederverwertung von Abwässern. In Städten wird nur sehr wenig Raum pro EinwohnerIn verwendet; es sind auch nicht unbedingt dünn besiedelte Städte, die ein Maximum an Lebensqualität bieten. Äußerst beliebte Städte oder Stadtteile mit hoher Lebensqualität sind oft sehr dicht besiedelt.

Nicht die urbanen Zentren an sich sind der Gegensatz von Nachhaltigkeit, sondern urbane Zentren ohne Strategien der Nachhaltigkeit. Es liegt an den verantwortlichen Regierungen und Stadtverwaltungen, hier effektive Maßnahmen zu setzen. Nachhaltigkeit für eine Stadt zu erreichen bedeutet immer auch, die regionale und globale Einbettung derselben in ihrem Umfeld zu berücksichtigen.

Das Monatsthema November 2005 gibt Einblick in momentane Trends der Stadtentwicklung und die Vielfalt der urbanen Lebensstile. Es diskutiert Schwierigkeiten und Herausforderungen einer Annäherung an nachhaltige Urbanität. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Megacities, deren Größe und städtische Dichte die Problematik unzureichender Nachhaltigkeit meist ungleich erhöht. Urbanität und Nachhaltigkeit schließen einander dennoch nicht prinzipiell aus. Das zeigen beispielhaft die Initiativen und Good-practice-Beispiele dieses Monatsthemas, im Detail nachzulesen auf Nachhaltigkeit.at.

Nachhaltige Urbanität ist das Thema des Monats November 2005 im Internetportal

Logo: Nachhaltigkeit.at
Eine Initiative des Lebensministeriums



Die Autorinnen:

Judith Feichtinger, Angelika Gruber und Katharina Handler

Direkt-Link zum Monatsthema 11/2005
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
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