"Platz für weitere Programme"

7. Dezember 2005, 11:23
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"Okto eckt an": Österreichs erstes nicht kommerzielles TV startet am 28. November

Heiratswillige Landwirte, eifrige Pädagoginnen oder nervige Frühstücks-TV-Moderatoren werden auf Okto bestimmt nicht zu sehen sein, hohe Quoten sind den Programmchefs herzlich egal: Am 28. November nimmt der erste nichtkommerzielle TV-Sender seinen Betrieb im Wiener Kabelnetz auf. Zum Sendestart warten rund 50 Gruppen, berichtet Programmchefin Barbara Eppensteiner. In der allerersten Sendung "Afrika TV" berichten Montag um 20 Uhr etwa Schwarzafrikaner von ihrem Leben in Wien. Danach folgen das Politmagazin "Quasi", die Show "Hello Austrofred" und das Computermagazin "New Ordner". Aidshilfe, Rosa Lila Villa und die Obdachlosenzeitung Augustin steuern in den Wochen danach ebenfalls Programme bei. Mit "Berlin Bohème" zeigt Okto mittwochs eine in Deutschland Kultstatus genießende lesbisch-schwule Soap. Dazu kommen Polit-, Kunst-, Film- oder Musikmagazine. Der Samstag ist einem Schwerpunktthema gewidmet, am Sonntag warten Spielfilme.

Zielgruppe: Junges Stadtpublikum

Okto wendet sich ans junge Stadtpublikum, gesendet wird täglich aktuell von 20 bis 24 Uhr. Vormittags laufen Wiederholungen vom Vortag und und ab 24 Uhr das Testbild: Auch um auf freie Programmflächen aufmerksam zu machen, betont Eppensteiner: "Es ist noch genügend Platz für weitere Programme."

Die Koordination von Okto erfolgt durch den Herausgeberverein Community TV. Dessen Geschäftsführer Christian Jungwirth sorgt sich um die Programmierung. Werden die Seher Kanal acht extra im Programmnetz der Telekabel suchen? "Schwierig", weiß Jungwirth und verweist auf "Bedienungsanleitung oder Sendersuchlauf".

Stadt Wien finanziert für drei Jahre

Die Stadt Wien finanziert das Projekt vorerst für drei Jahre, fix zugesagt sind 980.000 Euro jährlich, die Hälfte davon ist bereits ausbezahlt. Dass für dieses öffentlich-rechtliche Programm etwas von den ORF-Gebühren abfallen könnte, darauf hoffen die Okto-Macher freilich immer noch vergeblich. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 24.11.2005)

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okto.tv

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    foto: okto
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