Akademische Ausbildung für KindergärtnerInnen?

23. März 2006, 11:04
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Plattform fordert Bundeskompetenz für "Elementarbildung" im Bildungsministerium, einheitliche Qualitätsstandards und eine Ausbildung auf Hochschulniveau

Die Verschiebung der Zuständigkeit für frühkindliche Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsleistungen in die Kompetenz des Bundes fordern Interessenverbände aus dem Kinderbetreuungs- bzw. Schulbereich. Die in der Plattform "EduCare" zusammengeschlossenen Institutionen wollen eine einheitliche Bundeszuständigkeit im Bildungsministerium für die "Elementarbildung", ein bundeseinheitliches Rahmengesetz zur Festlegung einheitlicher Qualitätsstandards, einen Rechtsanspruch auf einen Bildungs- bzw. Betreuungsplatz sowie die hochschulische Ausbildung aller pädagogischer Berufe.

Ministerium soll festlegen

Derzeit wird der elementare Bildungsbereich (Krippen, Kindergärten, Horte, Tagesmütter, Kindergruppen) meist kurz als Kinderbetreuung bezeichnet und obliegt Ländern bzw. Gemeinden. Schon durch die Änderung dieses Begriffs auf elementare "Bildungseinrichtung" will die Plattform einen Bewusstseinswandel herbeiführen. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch forderten Vertreter, dass künftig das Bildungsministerium für diesen Bereich zuständig sein und einheitliche Qualitätsstandards etwa bezüglich Gruppengröße, Personal-Kind-Schlüssel, Öffnungszeiten oder Raumbedarf festlegen soll. Auch die quantitative Steuerung von flächendeckenden Angeboten müsse dem Bildungsressort obliegen.

Ein Prozent vom BIP

Weitere Forderungen der Plattform: Eine Anhebung der öffentlichen Ausgaben für Bildungseinrichtungen von null bis fünf Jahren auf mindestens ein Prozent des BIP (derzeit 0,5 Prozent; die EU empfiehlt 1,5 Prozent, Schweden investiert zwei Prozent) und die bundesweite Einführung einer sozialen Staffelung der Kosten für die Eltern. Die Kosten sollen sich Bund, Länder und Gemeinden teilen - ein mögliches Modell wäre etwa eine Pro Kopf/Kind-Förderung durch den Bund. Außerdem müsse die Ausbildung aller pädagogischer Berufe auf tertiärer Ebene erfolgen - derzeit werden Kindergärtner in berufsbildenden höheren Schulen ausgebildet. Wichtig sei außerdem die Schaffung einer Forschungsinfrastruktur auf dem Gebiet der frühkindlichen und außerschulischen Bildung.

In der Plattform vertreten sind unter anderem Kinderfreunde, Katholischer Familienverband, SOS Kinderdorf, Caritas, Arbeiterkammer, ÖGB und das Österreichische Institut für Familienforschung. (APA)

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    Die Plattform will eine Anhebung der öffentlichen Ausgaben für Bildungseinrichtungen von null bis fünf Jahren auf mindestens ein Prozent des BIP.

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