Ein weißer Rausch zum zehnten Geburtstag

23. November 2005, 17:40
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Swarovski-Kristallwelten soll es schon bald auch in China geben

Wattens – Zum zehnjährigen Bestehen haben sich die Kristallwelten in Wattens einen Wettbewerb am vom norwegischen Architekten Kjetil Thorsen geleiteten Institut für Experimentellen Hochbau an der Technischen Universität Innsbruck geleistet. Am Donnerstag wird das Siegerprojekt der beiden Vorarlberger Studierenden Ursula Ender und Albert Elmenreich eröffnet.

Reizvoll anstrengend

Die Lichtinstallation am Freigelände der Kristallwelten trägt den Namen „fadin’ to whiteout“. Wer das Gebäude betritt, sieht sich dem arktischen Phänomen der Auflösung aller Wahrnehmungsgrenzen ausgesetzt. Weißer Himmel, diffuses Licht und Schnee werden dabei in einem Kubus nachempfunden, ergänzt durch die Geräuschkulisse des „weißen Rauschens“. Ein reizvolles, wenngleich anstrengendes sinnliches Erlebnis.

Mehr als sechs Millionen Besucher haben seit der Gründung die Kristallwelten am Rande des Swarovski-Werksgeländes besucht. 730.000 waren es 2004, heuer werden es etwas weniger sein. Dank „breitester Herkunftsstruktur“ konnte der Rückgang deutscher Besucher fast ausgeglichen werden. Trotzdem stieg auch heuer der Gesamtumsatz, betont Kristallweltenmanager Andreas Braun. Nur 20 Prozent werden mit Eintritten erwirtschaftet, 80 Prozent werden nach dem Besuch der „Wunderkammern“ im Shop erzielt.

Herausragend sind die asiatischen Besucher, die zwischen 150 und 200 Euro pro Kopf für Schmuck und Glastiere ausgeben. Von Anfang war das Imageprojekt des Familienunternehmens ein Profitcenter, das Jahr für Jahr schwarze Zahlen schreibt.

Für Erweiterungen hat man schon angrenzende Grundstücke erworben. Geplant sind eine „Akademie für angewandte Kristallkünste“ und erweiterte temporäre Kunstausstellungen. Evaluiert wird seit einem Jahr ein chinesisches Kristallweltenprojekt, als Standorte sind unter anderem Schanghai und Macao im Gespräch. (hs, DER STANDARD Printausgabe, 23.11.2005)

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