Hauptverband legt Gehälter offen

5. Dezember 2005, 19:14
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Spitzenverdiener Kandlhofer - Schörghofer mit stärksten Einbußen - Teilweiser Ausgleich durch Zweitjob in E-Card-Gesellschaft

Wien - Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat angesichts der Diskussionen um die Doppeltätigkeit von Verbandsmanager Volker Schörghofer die Gehälter des Verbandsmanagements offen gelegt. Spitzenverdiener auf dieser Ebene ist demnach Generaldirektor Josef Kandlhofer. Die stärksten Einbußen im Vergleich zum bis 31. Mai geltenden alten Gehaltsmodell musste Schörghofer hinnehmen.

Dass im April 2005 ein neues Gehaltsmodell für das Verbandsmanagement geschaffen wurde, hängt mit der Aufhebung der Hauptverbands-Reform durch den VfGH zusammen. Damals wurden die Kompetenzen des Verbandsmanagements beschnitten, entsprechend wurde auch das Einkommen der Manager gekürzt. Das seither geltende Schema entspricht der so genannten Dienstordnung im Hauptverband, was indirekt die langjährigen Sozialversicherungs-Mitarbeiter Kandlhofer und Josef Probst gegenüber den "Neulingen" Schörghofer und Beate Hartinger bevorzugt.

Nach dem alten System kam Generaldirektor Kandlhofer auf ein Jahresgehalt von maximal 193.969,44 Euro (inklusive variabler Prämie). Im neuen System kommt Kandlhofer nur noch auf 178.940,60 Euro - macht einen Verlust von 15.029,28 Euro im Jahr. Verluste mussten auch die Verbandsmanager Josef Probst (minus 20.367,12 Euro) und Beate Hartinger (minus 39.771 Euro) hinnehmen.

Minus bei Schörghofer

Am stärksten fiel das Minus jedoch beim Technik-Zuständigen Schörghofer aus. Ausschlaggebend dafür war die "relative Jugend des Herrn Schörghofer", wie Hauptverbands-Chef Erich Laminger gegenüber der APA sagt - sprich: seine geringeren Vordienstzeiten. Er kam nach dem alten Modell wie seine Kollegen Probst und Hartinger auf maximal 174.573,84 Euro. Nun sind es nur 54.325 Euro pro Jahr weniger.

Teilweise ausgeglichen wird das bei Schörghofer durch sein Geschäftsführer-Gehalt in der E-Card-Gesellschaft SVC (inklusive Prämie 44.603,04 Euro). Kritik daran weist Laminger jedoch zurück: Schörghofer übe dort seit 1. Oktober die Funktion des technischen Geschäftsführers aus, "das rechtfertigt wohl einen ohnehin sehr bescheidenen zusätzlichen Bezug". Außerdem sei das Zusatzeinkommen natürlich auch als "Ausgleich für einen Marktwert, der ohnehin höher wäre" zu verstehen.

Die leichte Abweichung des am Wochenende von Hauptverbands-Vorstandsvorsitzendem Erich Laminger veröffentlichten Einkommens von Schörghofer als Verbandsmanager (inklusive Prämie waren das rund 116.000 Euro) ergibt sich übrigens aus einer im Oktober erfolgten Vorrückung. Eine solche sei laut Dienstordnung zu diesem Zeitpunkt vorgesehen gewesen, sagt Laminger gegenüber der APA - und zwar sowohl für Schörghofer als auch für Probst. ~ Managergehälter im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. (APA)

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