Tödlicher Lärm in den Ozeanen: Meeressäuger besonders betroffen

29. November 2005, 16:07
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Auch Orientierung von Fischen gefährdet - Naturschützer fordern Einschränkung von Sonar-Geräten und Grenzwerte

Los Angeles - Dieselmotoren von Schiffen, akustische Ortungssysteme von U-Booten sowie Bohrungen auf dem Meeresgrund nach Öl und Gas stellen für Meerestiere eine zunehmende Bedrohung dar. Die amerikanische Naturschutzorganisation NRDC (Natural Resources Defense Council) stellte am Montag in Los Angeles einen Bericht vor, wonach der hohe Lärmpegel der Ozeane die Orientierung vor allem von Walen und Delfinen stört.

Auf der Suche nach Nahrung oder nach Partnern für eine Paarung sind die Meeressäuger ebenso auf ihr Gehör angewiesen wie bei der rechtzeitigen Erkennung von Gefahren. Die Auswirkungen des Lärms im Ozean reichen nach Einschätzung der kalifornischen Naturschützer von langfristigen Verhaltensstörungen über Gehörverlust bis zum Tod.

Blutungen im Gehirn

Der Bericht, der auf einer Studie aus dem Jahr 1999 aufbaut, führt Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Untersuchung von gestrandeten Walen auf, die Sonar-Geräten von U-Booten ausgesetzt waren. Dabei wurden Blutungen in Gehirn und Gehörorgan sowie Leber- und Nierenschäden festgestellt. "Solche Symptome sind nie zuvor bei Meeressäugetieren festgestellt worden", sagte der Autor der Studie, Michael Jasny.

Die NRDC klagte im Oktober die US-Marine vor einem Bundesgericht in Los Angeles. Die Naturschützer wollen so Grenzwerte für den Einsatz von mittelfrequenten Sonar-Geräten in der Marine erreichen. Auch die Fischerei wird aufgefordert, die Verwendung der akustischen Ortungssysteme einzuschränken.

Auch Fischarten betroffen

Die Bohrungen auf dem Meeresgrund zur Erschließung von Öl- und Gasvorkommen gefährden dem Bericht zufolge auch den Heilbutt, den Kabeljau und andere Fischarten. "Es ist gezeigt worden, dass einige Fischarten schwere Schäden am Innenohr erleiden, was ihre Überlebensfähigkeit ernsthaft in Mitleidenschaft zieht", sagte Jasny. (APA/AP)

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    Zunehmender Lärm in den Ozeanen kann die Meeressäuger in die Irre führen: Hier starben rund 60 Pilotwale in der Marion Bay an der Küste von Tasmanien. Zehn Tiere konnten gerettet werden.

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