Schweizer Forscher untersuchen Zusammenhang Krieg - Wirtschaft

1. Dezember 2005, 11:16
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Fünf "friedensfördernde" Firmen im Internet aufgelistet

Die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Frieden bzw. Krieg erforscht ein Projekt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Auf der am Dienstag lancierten Internet-Seite mit dem Titel "Business of Peace Network" (bpn) wurde in diesem Zusammenhang eine erste Liste von Unternehmen veröffentlicht, die sich für den Frieden einsetzen.

Fünf Firmen sind bisher als "friedensfördernd" aufgelistet. Sie erfüllen die vier Kriterien, welche die Forscher festgelegt haben: Sie müssen profitorientiert arbeiten, sie müssen ein sehr gutes soziales Verhalten sowie sehr gutes Verhalten in puncto Umwelt an den Tag legen, und sie müssen konkret und glaubhaft darlegen können, dass sie direkt oder indirekt den Frieden gefördert haben.

Viele Unternehmen hätten in den letzten zehn Jahren ein starkes Bewusstsein für Sozial- und Umweltanliegen entwickelt. Neu gehe es nun darum, das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Wirtschaft und Krieg beziehungsweise Frieden zu schärfen, sagte Projektleiter Daniele Ganser. Die nun veröffentlichten Firmennamen seien quasi Pioniere, zu denen künftig weitere hinzukommen sollen. Dabei beschränke man sich vorerst auf Schweizer Firmen.

Dass es auch Unternehmen gibt, die vom Krieg profitieren und ihn fördern, werde vorerst einfach festgestellt, erklärte Ganser weiter. Von einer Veröffentlichung sehe man aber ab, da mit Klagen zu rechnen sei. Bei solchen "kriegsfördernden Firmen" gehe es etwa um Unternehmen wie jenes, das 2004 in einem irakischen Gefängnis gegen Bezahlung folterte. In diese Kategorie fielen auch Ölfirmen, die Diktaturen stützen.

Ob eine Rüstungsfirma den Krieg oder den Frieden fördert, ist laut Ganser nicht immer einfach zu beurteilen: Waffen für die Polizei oder Sicherheitskräfte herzustellen, könne dem Frieden förderlich sein. Waffenlieferungen in Kriegsgegenden unterstützen aber eindeutig den Krieg. Hier müsse man jeden Fall individuell betrachten.

Die als "friedensfördernd" eingestuften Unternehmen sind: VIVA Trust (Zürich), Sarasin (Basel), SGS SA (Genf), Preciuos Woods (Zürich) und Ethos (Genf).

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