Thatcher drohte Argentinien im Falkland-Krieg mit Atomangriff

25. November 2005, 15:02
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Mitterands Psychiater veröffentlichte Buch mit Gesprächen mit französischem Präsidenten

Kopenhagen - Großbritanniens damalige Premierministerin Margaret Thatcher soll während des Falkland-Kriegs im Jahr 1982 mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht haben. Das geht aus einem Buch des Psychiaters Ali Magoudi hervor, der in den Jahren 1982-84 den französischen Präsidenten Francois Mitterand zu seinen Kunden zählte. Magoudi veröffentlicht diese Woche anlässlich des zehnten Todestages Mitterands das Buch "Rendez-vous", in dem er über die Sitzungen mit Mitterand berichtet.

Die dänische Zeitung "Politiken" zitierte am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe aus dem Buch Magoudis. Demnach soll Mitterand seinem Psychiater im Mai 1982 berichtet haben, Thatcher habe damit gedroht, von vier im Südatlantik kreuzenden Atom-U-Booten der Royal Navy Atomraketen gegen Argentinien abzufeuern, falls Frankreich den Briten nicht die Codes der von Argentinien gegen britische Schiffe eingesetzten französischen Exocet-Raketen verrate. Mit den Codes konnten die Briten die Raketen "blind und taub machen" und somit außer Gefecht setzen.

Geheime "Exocet"-Codes

Auch der britische "Guardian" berichtete am Dienstag im Voraus über das Buch mit den vertraulichen Mitterand-Gesprächen. Im Jahr 2002 soll der frühere britische Verteidigungsminister John Nott in seinen Memoiren davon berichtet haben, dass Frankreich im Jahr 1982 bestimmte Geheimdienstinformationen den Briten zur Verfügung stellte, die es diesen ermöglichte, die gefürchteten Exocet-Raketen der Argentinier unschädlich zu machen. Das Buch "Rendez-vous" erscheint am kommenden Freitag auf Französisch. (APA)

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