Weiters Uneinigkeit: SPÖ will "abwracken", BZÖ am "richtigen Weg" weitermachen

22. November 2005, 14:20
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ÖVP verlangt Subventionsstopp und Einsetzung einer "Kommission" - Grüne würden Neustart bei größter Transparenz zustimmen

Klagenfurt - Das Thema Wörtherseebühne bleibt in Kärnten auf der politischen Tagesordnung. Die SPÖ beharrt auf einem "Abwracken" der Bühne, Koalitionspartner BZÖ sieht das Projekt auf dem "richtigen Weg". Die ÖVP verlangt einen Subventionsstopp und die Einsetzung einer "Kommission", die Grünen würden einem Neustart zustimmen, wenn er "so transparent wie möglich" gestaltet wird.

Bei einer Diskussion im ORF-Radio Kärnten am Montagabend erneuerte SPÖ-Chefin Gaby Schaunig ihr Postulat zur Seebühne: "Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende." Die Bühne sei ohne enormen finanziellen Einsatz nicht künstlerisch hochwertig zu bespielen, daher sollte sie stillgelegt werden.

Strutz sieht positive Besucherentwicklung

Dem widersprach Kulturreferent LHStv. Martin Strutz (B). Die Besucherzahlen würden sich positiv entwickeln, die finanziellen Zuschüsse seien vergleichsweise gering. "Die Seebühne wird weder versenkt noch abgewrackt, sondern in der Saison 2006 bespielt werden."

Gegen weitere Subventionen für die Seebühne sprach sich ÖVP-Obmann Josef Martinz aus. Es müsse eine Seebühnen-Kommission eingerichtet werden, die ein dauerhaft tragfähiges Konzept ausarbeiten solle. Rolf Holub, Landessprecher der Grünen, meinte: "Von mir aus ist ein Neustart möglich, aber dann so transparent wie möglich. Wenn die Bühne immer ein Zankapfel bleibt, kann sie nicht funktionieren." FPÖ-Obmann LAbg. Franz Schwager forderte eine Expertenmeinung, ob die Weiterführung finanziell möglich sei.

SPÖ-Schaunig gegen Subventionsvorschlag von 200.000 Euro ab

Schaunig wandte sich auch am Dienstag gegen die im Budgetvoranschlag für 2006 vorgesehenen 200.000 Euro an Subvention für die Bühne. "Ich lehne jede Dotierung der Seebühne, die über die Leasingrate hinausgeht, ab", sagte die SPÖ-Chefin vor Journalisten.

Strutz bekräftigte am selben Tag sein Angebot an alle anderen Parteien, in sachlicher Atmosphäre gemeinsam einen Weg für die Zukunft der Bühne zu erarbeiten. Dazu sollte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Parteienvertretern und Experten, installiert werden. Gleichzeitig betonte er, dass an eine Schließung der Bühne nicht zu denken sei: "Die Seebühne ist ein Faktum und wird daher auch in den kommenden Jahren bespielt werden." (APA)

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