Kandidatur für Berlusconi-Partei kostet 50.000 Euro

29. November 2005, 10:57
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Regierungschef will im Hinblick auf Wahlkampf die Kassen seiner Forza Italia auffüllen - 1.000 Euro für Abendessen

Rom - Wer als Kandidat der Partei von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi Forza Italia an den Parlamentswahlen am 9. April teilnehmen will, muss der Gruppierung 50.000 Euro zahlen. Diese "Kandidatensteuer" erwägt die Forza Italia zur Finanzierung der kostspieligen Wahlkampagne, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica". Die Partei müsse die Kassen auffüllen, um sich im scharfen Wahlkampf zu behaupten, heißt das Motto der liberalen Partei.

Die Forza Italia will auch mit anderen Wegen die Wahlkampagne finanzieren. Unternehmer, die an einem Wahl-Abendessen mit Berlusconi teilnehmen wollen, müssen bis zu 1.000 Euro ausgeben. Bei den Parlamentswahlen 2001 hatte Berlusconi eine Wahlschiffstour organisiert, um seine Wahlkampagne zu führen und Geld für den Wahlkampf aufzutreiben.

Prodi: Premier will sich Sieg kaufen

Der italienische Oppositionschef Romano Prodi, der als Spitzenkandidat des Mitte-Links-Bündnisses an den Parlamentswahlen am 9. April teilnehmen wird, beschuldigte den Premierminister und TV-Tycoon kürzlich, mit einer großangelegten Wahlkampagne den Sieg bei den Parlamentswahlen "kaufen" zu wollen. "Berlusconi plant eine Wahlkampagne, die in der Geschichte Italiens und Europas beispiellos sein wird. Über 250 Millionen Euro will er aus seiner eigenen Tasche für den Wahlkampf ausgeben", betonte Prodi.

Berlusconi, der Medientycoon gilt als reichster Mann in Italien, habe 2,3 Mrd. Euro vom Verkauf einer Beteiligung an seiner Mediengesellschaft Mediaset kassiert. Teil dieser Summe wolle er für eine großangelegte Wahlkampagne in jenen Wahlkreisen ausnutzen, in denen das Wahlergebnis ungewiss erscheint. Für jeden Wahlkreis plane er Ausgaben von durchschnittlich einer Million Euro, meinte Prodi. (APA)

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