Warnung vor Lawinenabgängen in Tirol

24. November 2005, 21:57
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Bis zu 70 Zentimeter Neuschnee

Nach dem ersten Schnee haben die Experten des Tiroler Lawinenwarndienstes am Dienstag zum ersten Mal in diesem Winter auf die Gefahr durch Schneebretter verwiesen. Vor allem im Osten Nordtirols hatte es in den vergangenen 48 Stunden zum Teil ergiebigen Neuschneezuwachs von bis zu 70 Zentimetern gegeben.

Am meisten schneite es in den östlichen Nordalpen sowie den Kitzbüheler Alpen. Im Arlberggebiet und Außerfern, der Silvretta und dem Samnaun, den nördlichen Ötztaler und Stubaier Alpen waren es zwischen 15 und 30 Zentimeter, in den südlichen Ötztaler und Stubaier Alpen, den Tuxer und den Zillertaler Alpen schneite es hingegen meist zwischen 20 und 40 Zentimeter. Osttirol blieb mit Ausnahme der Osttiroler Tauern, wo es maximal zehn Zentimeter Neuschneezuwachs gab, niederschlagsfrei.

Neuschnee und Wind

Sowohl die Neuschneeschicht, die auf Grund starker Windtätigkeit insbesondere in Rinnen und Mulden bzw. in Kammnähe deutlich mächtiger abgelagert wurde, als auch eine bereits vom September bzw. Anfang Oktober stammende Altschneedecke in sehr steilen schattseitigen Hängen oberhalb etwa 2.600 Metern könne als mögliche Gleitflächen für Lawinen dienen.

In tieferen Lagen sei vor allem in den neuschneereichen Regionen im Osten Nordtirols mit dem vermehrten Abgleiten von Schneemassen aus sehr steilen glatt strukturierten Hängen, also z.B. Wiesenhängen, zu rechnen. Dabei steige die Wahrscheinlichkeit des Abgleitens mit der zunehmenden Durchfeuchtung der Schneedecke im Tagesverlauf. Hochalpin gehe hingegen eine Lawinengefährdung von frisch gebildeten Triebschneeansammlungen aus. Überall dort, wo Bodenunebenheiten durch eine Altschneedecke bereits überdeckt wurden, also z.B. in eingewehten Rinnen und Mulden, in Kammnähe aller Hangrichtungen sowie allgemein in sehr steilen schattseitigen Hängen oberhalb etwa 2.600 Metern, könnten bereits durch geringe Zusatzbelastung Schneebrettlawinen ausgelöst werden. (APA)

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