Fall Kralowetz - Anklage in St. Pölten fertig

22. November 2005, 20:26
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Großspediteur wird Veruntreuung und Ausbeutung vorgeworfen - Prozesstermin steht noch nicht fest

Das in St. Pölten anhängige gerichtliche Verfahren gegen den niederösterreichischen Transportunternehmer Karl Kralowetz könnte in absehbarer Zeit über die Bühne zu gehen. "Einen genauen Termin gibt es derzeit noch nicht, allerdings ist die Anklage bereits beim Untersuchungsrichter eingereicht", bestätigte Staatsanwalt Karl Nemec einen Bericht des "Kurier" vom Montag.

Der Großspediteur muss sich wegen Veruntreuung und "Ausbeutung von Fremden" verantworten. Für diese Delikte sei ein Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe vorgesehen, so Nemec in dem Bericht.

Keine Arbeitsgenehmigung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Frächter vor, als Chef eines europaweit operierenden Firmengeflechts in großem Stil Fahrer aus Osteuropa angeworben und sie mit in Luxemburg angemeldeten Lastern losgeschickt zu haben. Dabei hatten die Mitarbeiter nur einen Arbeitsvertrag, jedoch keine Arbeitsgenehmigung.

Der Anklagepunkt der Veruntreuung impliziert einen Schaden von acht Millionen Euro. So soll der 48-Jährige aus Blindenmarkt hundert geleaste Lastwagen verkauft oder gegen andere getauscht haben, ohne die Leasingfirma als Eigentümer und seine Bank davon zu informieren.

Kralowetz war im Juni 2003 in München wegen Schleppung von Ausländern in 3.427 Fällen rechtskräftig zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Im November des vergangenen Jahres wurde er vorzeitig entlassen und abgeschoben. Für die bereits in Deutschland abgeurteilten Delikte darf er in Österreich nicht mehr angeklagt werden. (APA)

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