Lucides Träumen: Strategie zur Bewältigung von Albträumen

28. November 2005, 13:57
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Wiener Studie: So genanntes Klarträumen verbessert die sub­jektive Schlafqualität... wenn man die Fähigkeit dazu erlernt hat

Wien - "Stumm-schreiend renne ich davon - der Verfolger ist mir dicht auf den Fersen - ich kann nicht entkommen...": Ein Albtraum. Diesen den Gar auszumachen, hat sich das Wiener Institut für Bewusstseins- und Traumforschung (IBTF) in einer aktuellen Studie zum Ziel gemacht. Abhilfe soll das so genannte luzide Träumen, bzw. Klarträumen schaffen. Es geht darum den Traum als solchen zu erkennen und zu beeinflussen - und das wiederum ist erlernbar, sagte Brigitte Holzinger vom IBTF bei einer Pressekonferenz in Wien.

Im Rahmen der am Dienstag präsentierten Studie, an der sich 32 an Schlafstörung und Albträumen leidende Personen über einen Zeitraum von sechs Monaten beteiligt haben, wurden zwei Versuchsgruppen gebildet. Beide nahmen an einer psychotherapeutischen Gruppentherapie teil, 16 Personen erhielten überdies ein Training im luziden Träumen. "Bei allen Teilnehmern hat sich die subjektive Schlafqualität deutlich verbessert und die Albtraumhäufigkeit signifikant verringert", so Holzinger. "Jedoch ist dieser Effekt bei denen, die das luzide Träumen erlernen konnten deutlicher und vor allem wesentlich nachhaltiger."

In den Traum eingreifen

Das Klarträumen erlernen heißt vor allem, zu begreifen, dass man einen Traum selbst gestalten und in ihn eingreifen kann. Es gehe dabei auch um die Konfrontation mit der Angst und den Umgang mit den Traumfiguren, sagte Holzinger. Man dürfe zum Beispiel vor einer bedrohlichen Figur nicht länger davonlaufen, sondern vielmehr sich ihr zuwenden und sie konkret ansprechen. Dadurch werde die "Ich-Stärke" größer - die bedrohliche Figur wird hingegen kleiner.

Die im IBTF durchgeführte Studie habe also die Erlernbarkeit und den therapeutischen Wert luziden Träumens belegt, so die Studienleiter, allerdings sei damit lediglich einem kleinen, symptomatischen Teil der nächtlichen Probleme beizukommen. Insgesamt gebe es, so Univ.-Prof. Dr. Bernd Saletu, Schlafmediziner am AKH, 111 verschiedene Schlafstörungen, zu deren vornehmlichen Ursachen unter anderem das Schnarchen oder das Restless-Legs-Syndrom zählen. (APA)

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