Real-Krise heizt Spekulationen über Ballack-Wechsel an

26. November 2005, 23:30
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Im Falle des Abgangs des Bayern-Spielmachers könnte Deisler auf seine Lieblingsposition wechseln

Madrid - Die Krise von Real Madrid hat in Spanien die Spekulationen über einen möglichen Wechsel des deutschen Fußballteamspielers Michael Ballack zum Weißen Ballett neu angeheizt. Das Sportblatt "Marca" berichtete am Dienstag, der Profi von Rapids Champions League-Gegner, habe den Madrilenen grundsätzlich eine Zusage gegeben. Real-Präsident Florentino Perez wolle aber zuerst entscheiden, wer kommende Saison der Trainer der "Königlichen" sein werde, und sich dessen Zustimmung einholen.

Frühere Gespräche mit Ballack seien daran gescheitert, dass der Deutsche eine Transferprämie von zehn Millionen Euro verlangt habe, schreibt Spaniens auflagenstärkste Zeitung ohne Angabe einer Quelle. Von dieser Forderung sei der Bayern-Spieler nun abgerückt. Ballack habe die Bedingungen Reals grundsätzlich akzeptiert.

Die spanische Sportpresse sieht wenig Chancen, dass Reals derzeitiger Trainer Vanderlei Luxemburgo sich nach der 0:3-Schlappe seines Team am Samstag gegen den FC Barcelona noch lange im Amt halten wird. Mehrere Blätter betrachten die Champions-League-Partie gegen Olympique Lyon als Schicksalsspiel. "Luxemburgos Kredit reicht gerade noch bis zum Spiel am Mittwoch", meint das Sportblatt "As". Als mögliche Nachfolger des Brasilianers werden der Italiener Fabio Capello, der Franzose Paul Le Guen und der Schwede Sven-Göran Eriksson gehandelt.

Bei den Bayern wird als mögliche interne Nachfolge-Lösung im Falle eines Ballack-Abschieds Sebastian Deisler gehandelt. "Es funktioniert aber nicht so einfach, dass man sagt: Geht der Ballack, übernimmt der Deisler", kommentierte Felix Magath. Der Trainer kann sich eine Versetzung Deislers von der rechten Außenbahn ins Zentrum zwar vorstellen, aber beide Spieler könne man nicht vergleichen. Deisler verfüge nicht über die Kopfballstärke und Torgefährlichkeit eines Ballack.

Obwohl die Spielmacher-Rolle seine erklärte Lieblingsposition ist, hofft Deisler nicht auf einen Ballack-Wechsel. Er finde es vielmehr "unfair", dass von Außen versucht werde, "einen Keil zwischen die Mannschaft und Ballack zu treiben". Deisler wirbt um Verständnis für den Teamkollegen. "Es ist eine normale Geschichte, dass ein Spieler, wenn sein Vertrag ausläuft, nicht direkt einen neuen unterschreibt." (APA/dpa)

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