Britische Postdirektoren warfen 360.000 Briefe in den Müll

23. November 2005, 08:31
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Vermutlich bis zu 4,4 Millionen Euro ergaunert - Zwei Jahre Haft

Mülleimer statt Briefkasten: Zwei Direktoren eines britischen Postunternehmens haben mehr als 360.000 Briefe und Pakete einfach in den Müll geworfen und damit vermutlich bis zu drei Millionen Pfund (4,4 Millionen Euro) ergaunert. Das Geld gaben sie für Luxuswohnungen und schnelle Autos aus, wie britische Zeitungen am Dienstag berichteten.

Die beiden wurden von einem Gericht in London zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren sowie Strafzahlungen in Gesamthöhe von 900.000 Pfund verurteilt. Unter den weggeworfenen Sendungen waren wichtige medizinische Unterlagen wie Bluttests, Studienzulassungen und Schreiben von Hilfsorganisationen wie Amnesty International.

Briefe landeten im Müll

Ihre Firma Mail Logistics in West-London arbeitete als Verteiler für die Royal Mail und andere Unternehmen. Sie sammelte deren, vornehmlich fürs Ausland bestimmte Postsendungen und sollte diese dann gebündelt verschicken. Pro Sendung zahlten die Auftraggeber zwischen einem und 100 Pfund. Doch statt die Briefe, Päckchen und Zeitschriften zu verschicken, steckten die beiden Männer das Geld in die eigenen Taschen und beauftragten einen Mitarbeiter, die Sendungen wegzuwerfen. Der 26-Jährige, der eine Bewährungsstrafe erhielt, warf die 360.000 Sendungen - die allein binnen 15 Tagen anfielen - in drei Abfallcontainer im Raum London.

Die Royal Mail war auf den Fall aufmerksam geworden, als sich Abonnenten von Zeitschriften über ausbleibende Lieferungen beschwerten. Die Polizei fand hunderte Hefte in einem Abfallcontainer auf dem Gelände der Firma.

Schuldig

Die beiden Direktoren konnten anhand ihrer Computer schnell überführt werden, da sie sich in E-Mails mit ihren Taten gebrüstet hatten. "Wir sind Millionäre", schrieb einer an seine Komplizin. Die antwortete: "50.000 pro Monat sind nicht schlecht (...) Mach' Dir keine Sorgen, wenn wir erwischt werden, schieben wir es auf die Angestellten." Am Ende bekannten sie sich vor Gericht der Verabredung zum Betrug schuldig. (APA/dpa)

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