Voest mit Rekordergebnis

29. November 2005, 14:08
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Mehr als 600 Millionen Euro Betriebsgewinn erwartet - Operatives Ergebnis im Halbjahr fast verdoppelt - Neues Schienenwalz­werk in Donawitz ab Februar in Betrieb

Wien - Österreichs größter Stahlkonzern Voestalpine hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2005/06 angehoben und nimmt damit Kurs auf ein weiteres Rekordergebnis. Nach einem fulminanten ersten Halbjahr, das dem börsenotierten Linzer Unternehmen eine Gewinnverdoppelung brachte, erwartet Generaldirektor Wolfgang Eder nun einen operativen Erfolg (Ebit) von mehr als 600 Mio. Euro. Bisher hat es geheißen, das Betriebsergebnis werde zumindest das Vorjahresniveau (2004/05: 552,5 Mio. Euro) erreichen.

Gute Nachfrage in Kernmärkten

Dank guter Nachfrage in den Kernmärkten läuft das Geschäft auch in diesem Jahr auf Hochtouren. Für den Umsatz rechnet Eder weiter mit einem Anstieg von 5,8 Mrd. Euro auf einen neuen Spitzenwert von über 6 Mrd. Euro. Auf der "Gewinn-Messe" hat der Voest-Chef vor wenigen Wochen angedeutet, der Konzernumsatz werde "eher bei 6,5 als bei 6 Milliarden Euro" liegen.

Zum Ausblick für die Stahlsparte hieß es in den Unterlagen zur heutigen Halbjahres-PK, nach einer Phase schwächerer Erlöse im kurzfristigen Bereich - wegen vorübergehend hoher Läger und Importe - sei das Geschäft nun wieder durch wachsende Nachfrage und tendenziell steigende Preise geprägt. Trotz unverändert hoher Preise für Rohstoffe wie Erz, Koks, Kohle und Schrott werde es möglich sein, das gute Vorjahresergebnis nochmals zu übertreffen.

Bahngeschäft floriert

In noch stärkerem Ausmaß gelte das für das Bahngeschäft, kündigte die Voestalpine am Dienstag an. Hier stellten die Bereiche Schienen und Weichen eine "stabile Ergebnisbasis" dar. Gleichzeitig lieferten die beiden kleineren Sektoren im Segment Draht und Halbzeug zur Zeit "überproportionale" Beiträge zum Ergebnis. Wie es weiter hieß, zeichne sich nicht zuletzt wegen des anhaltenden Nachfragebooms bei nahtlosen Rohren (vor allem bei Ölfeldrohren) das beste Ergebnis in der Geschichte dieser Geschäftssparte ab.

Das neue Schienenwalzwerk am steirischen Standort Donawitz, laut Voest das weltweit modernste, soll im Februar 2006 in Betrieb gehen. Rund 66 Mio. Euro werden dafür locker gemacht.

Zur Division Profilform (Profile) hieß es, dass die anfängliche Marktschwäche zu Beginn des Geschäftsjahres nach den Sommermonaten einer deutlichen Belebung gewichen sei. Für das Gesamtjahr geht die Voest von einem guten, aber etwas unter dem Rekordwert des Vorjahres liegenden Ergebnis aus.

Verbesserung im Autozuliefergeschäft

Für das Autozuliefergeschäft (Motion) wird hingegen mit einer "erheblichen" Verbesserung des Vorjahresergebnisses gerechnet. "Sehr zufriedenstellend" verlaufe die Entwicklung in den Bereichen Platinen und Sicherheitsteile. Das gelte auch für die im Vorjahr akquirierten Firmen HTI, Vollmer und Polynorm van Niftrik. Nach wie vor unter Druck stünden jedoch die Bereiche Pressen und Werkzeugbau. Die Voest macht dafür den Insourcing-Trend bei Autoherstellern verantwortlich.

Für das erste Halbjahr 2005/06 hat der Linzer Großkonzern, der zuletzt 23.548 Mitarbeiter (minus 0,7 Prozent) beschäftigte, heute sein bisher bestes Ergebnis gemeldet. In den ersten sechs Monaten (April bis September) stieg der Betriebsgewinn (Ebit) im Jahresvergleich um 92,1 Prozent von 193,4 auf 371,5 Mio. Euro. Der Umsatz wuchs um knapp ein Fünftel von 2,724 auf 3,262 Mrd. Euro.

Ebit mehr als verdoppelt

Beim Vorsteuerergebnis (Ebt) wies die Voest einen Gewinn von 347,9 Mio. Euro aus, der sich damit gegenüber dem Vorjahreswert von 172,9 Millionen mehr als verdoppelt hat. Unter dem Strich legte der Periodenüberschuss um 134,4 Prozent von 111,1 auf 260,4 Mio. Euro zu. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 6,49 (nach 2,71) Euro.

Mit den heute vorgelegten Halbjahreszahlen hat die Voest die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. An der Wiener Börse notierte die Stahlaktie im Frühhandel mit 74,75 Euro um 1,3 Prozent fester, seit Jahresbeginn hat der ATX-Titel fast 30 Prozent zugelegt. (APA)

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    Der Linzer Stahlkonzern ist gut in Fahrt.

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