Sharon kann mit neuer Partei auf dritte Amtszeit hoffen

25. November 2005, 06:43
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Umfrage: Israels Premier kann mit 30 Sitzen rechnen und somit aus dem Stand heraus stärkste Kraft im Parlament werden

Jerusalem - Nach seinem spektakulären Austritt aus dem Likud-Block könnte der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon mit einer neuen Partei die vorgezogenen Knesset-Wahlen gewinnen. Neueste Umfragen haben ergeben, dass Sharons Anhängerschaft stärkste Kraft im nächsten Parlament werden könnte.

Der ehemalige Premier und Finanzminister Benjamin Netanyahu beschimpfte den Regierungschef am Dienstag als "Diktator" und warf ihm Korruption vor. Die palästinensische Führung drückte die Hoffnung aus, dass die innenpolitischen Veränderungen in Israel dem Friedensprozess im Nahen Osten neuen Schwung geben könnten.

Umfragen

Nach einem von der Tageszeitung "Maariv" veröffentlichten Umfrageergebnis könnte Sharons neue Partei stärkste Fraktion im Parlament werden. Sie käme demnach auf 30 der insgesamt 120 Abgeordnetensitze. Die Arbeiterpartei mit ihrem neuen Vorsitzenden Amir Peretz könnte 26 Sitze erobern. Likud würde 15 Mandate erhalten, sollte Netanyahu zum neuen Vorsitzenden gewählt werden.

Die Zeitung "Yediot Ahronot" kam in einer Umfrage auf 33 Sitze für Sharon, Labour würde 26 Abgeordnete stellen, Likud 12. Die Zeitung "Haaretz" schrieb, die derzeitige Anfangseuphorie für Sharon könne sich auch wieder legen. Parteineugründungen waren bisher in der jüngeren israelischen Geschichte nur wenig erfolgreich.

Sobald das politische Erdbeben in Israel abklinge, werde es hoffentlich einen Partner geben, mit dem "ein endgültiges Abkommen" erzielt werden könne, sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat.

Die israelische Justizministerin Zipi Livneh erklärte, Sharon wolle auf die Bildung eines palästinensischen Staates hinarbeiten. Hauptgrund für die Gründung von Sharons neuer Partei sei der Wunsch nach einer Fortführung des Friedensprozesses ohne die Beschränkungen durch den Likud gewesen, sagte Livneh im Armeerundfunk. (APA/AP/dpa/Reuters)

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    Gute Umfragewerte für Sharon nach Partei-Austritt

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