Castor-Transport erreicht Zwischenlager Gorleben

23. November 2005, 21:50
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Nach 60 Stunden Fahrt durch Frankreich und Deutschland und Protestaktionen

Gorleben - Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll hat das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben erreicht. Nach 60 Stunden Fahrt durch Frankreich und Deutschland trafen die zwölf Behälter mit den Überresten abgebrannter Brennelemente aus Atomkraftwerken am Dienstag um 5.55 Uhr im Zwischenlager ein. Bis zuletzt hatten Demonstranten mit Blockaden auf den Straßen im Wendland versucht, den Transport aufzuhalten.

In der Ortschaft Grippel war die Straße in der Nacht mehr als zehn Stunden lang durch einen Traktor blockiert, an dem ein schwerer Zementblock befestigt war. Daran hatten sich elf Atomkraftgegner von der bäuerlichen Notgemeinschaft angekettet. Wegen der Verletzungsgefahr für die Demonstranten musste die Polizei den Traktor in einem stundenlangen Verfahren auf einen Untersatz heben und langsam von der Straße schieben.

Blockade mit Leichenwagen

Eine weitere Blockade dieser Art in Grippel hatten die Landwirte zuvor schon freiwillig aufgegeben. Eine weitere Blockade mit einem alten Leichenwagen, in dem die Atomkraftgegner ebenfalls einen Zementblock befestigt hatten, war von der Polizei beendet worden.

Der Castor-Zug war am Samstag an der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet. Er traf am Montagmittag in Dannenberg ein. Dort wurden die Atommüllbehälter für die letzte, 20 Kilometer lange Teilstrecke nach Gorleben auf Tieflader umgesetzt. Außerdem maßen Fachleute die Strahlung. (APA/dpa)

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