Lernen gegen die Wirtschaftskrise

21. November 2005, 22:19
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Vier von fünf Jugendlichen machen eine Berufsausbildung

Begonnen hat es mit dem Börsenkrach: In der schweren Krise des Jahres 1873 regte der Minsterialbeamte Armand Freiherr von Dumreicher die Förderung des gewerblichen Schulwesens zur Erstarkung des Wirtschaftsstandorts an. Dumreicher, der auch Reichsratsabgeordneter war, rief selber einige Schulen ins Leben und erreichte 1882 die Eingliederung der technisch-gewerblichen Schulen in das staatliche Schulwesen.

Die ältesten HTLs können sich tatsächlich auf Dumreicher berufen, auch wenn sich die Lehrinhalte ständig ändern. Heute absolvieren mehr als 80 Prozent der österreichischen Jugendlichen eine berufliche Erstausbildung - in der dualen Ausbildung als Lehrlinge und Berufsschüler oder als Schüler berufsbildender mittlerer und höherer Schulen.

Diese Schultypen haben in den letzten Jahrzehnten - bei insgesamt fallenden Schülerzahlen - nicht nur relativ sondern auch absolut zulegen können: Allein im letzten Jahrzehnt stieg die Zahl der HAK-Schüler um 22 Prozent, die der HTL-Schüler um 24,5 Prozent und an den Wirtschaftsberuflichen höheren Schulen sogar um 50 Prozent.

Im OECD-Vergleich liegt Österreich mit dem berufsbildenden Schulwesen auf einem Spitzenplatz - weil 79,2 Prozent der "höheren" Schüler gleichzeitig eine Berufsausbildung (etwa den HTL-Ingenieur, der nach drei Jahren Berufspraxis als Titel verliehen wird) machen.

HTL-Absolventen sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt - auch und gerade in der Forschung: In jenen Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, haben 7,1 Prozent der Beschäftigten einen technisch-naturwissenschaftlichen Hochschulabschluss und rund 8,5 Prozent einen HTL-Abschluss. (DER STANDARD-Printausgabe, 22.11.2005)

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