Uniqa bündelt West- und Ostimmobilien

29. November 2005, 12:44
posten

Die Uniqa Versicherung will die im eigenen Tower erprobte Kooperation mit Do&Co und dem Fitnessguru John Harris auch bei ihren ausländischen Stützpunkten fortsetzen

Wien - Die zur Raiffeisen gehörenden Uniqa-Versicherung suchte einen Weg ihre eigene Immobilien, aber auch jene der ausländischen Töchter in einer Gesellschaft zu bündeln und gründete die Uniqa Real Estate A. Ziel dieser Gesellschaft ist der Aufbau eines Osteuropa Portfolios sowie das Investment in fertige und in Entwicklung befindliche Büro-und Wohnimmobilien.

In diese Gesellschaft hat die Uniqa bisher etwa das Haas Haus am Wiener Stefansplatz, die Zentrale der Mannheimer Versicherung, ein (Wohn)Haus am Neuen Markt, das Cafe Glockenspiel in Salzburg und ein Bürohaus in Budapest eingebracht.

Den ausländischen Töchtern in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Deutschland oder Italien steht diese Möglichkeit ebenfalls offen, erläutert Uniqa-Vorstand Gottfried Wanitschek seine Strategie.

Breite Länder- und Branchen-Streuung

Dadurch entsteht ein Immobilienportfolio mit einer breiten Länder- und Branchen-Streuung, es spart Transaktionskosten und es ermöglicht den Töchtern, die für die Veranlagung notwendige Immobilienquote leichter zu erfüllen. Denn bisher war es (branchenweit) üblich, dass jede operative Versicherung, ob Sach-, Leben oder Schaden/Unfall je nach Größe ein eigenes Immobilienportfolio hatte.

Den ausländischen Töchtern steht es frei, ihre Immobilien einzubringen und im Gegenzug dafür Anteile an der Immobilien-Gesellschaft zu bekommen oder ausschließlich Aktien an der Uniqa Real Estate AG zu kaufen und die Immobilienaktien als Beimischung zur eigenen Vermögensveranlagung zu erwerben.

Die heuer im Sommer gegründete Gesellschaft wird zum Jahresende einen Immobilienwert von 300 Millionen Euro haben und eine jährliche Rendite von 6,5 bis sieben Prozent abwerfen, sagte Wanitschek zum STANDARD. Derzeit sei der Österreich-Anteil in der Gesellschaft noch bei rund 50 Prozent, der werde aber künftig zugunsten der ausländischen Töchter sinken.

Pläne

Wanitschek hat mit der Uniqa Real Estate noch mehr vor: Er will abseits der Hauptstädte etwa in Budweis, Brünn, Split Dubrovnik oder Rieka in guten Lagen moderne Wohnungen und Reihenhäuser bauen (Leasing- oder versicherungsfinanziert) und diese vermieten. Sein Ziel ist eine Mischung aus Büro, Gewerbe und Wohnimmobilien zu schaffen.

So werden auch die eigenen Bürohäuser in osteuropäischen Metropolen in die Immo-Gesellschaft eingebracht - gleichzeitig aber auch mit "neuen Modulen" versehen: In Prag, Budapest und Bratislava werden die Uniqa-Niederlassungen neu bzw. umgebaut und vergrößert. Jener Teil der Büros, den Uniqa nicht braucht wird vermietet und in die oberen Stockwerke kommen Wohnungen, die vermietet werden.

Erprobte Kooperationen

Außerdem will Wanitschek die im Uniqa-Tower erprobte Kooperation mit Do&Co und dem Fitnessstudio John Harris fortsetzen: Beiden wird angeboten, in den Uniqa-Töchtern im Osten ebenfalls Niederlassungen zu gründen. In Mannheim werden bereits Gespräche mit Do&Co geführt, zumal die dortige Niederlassung nicht weit vom Do&Co-Stützpunkt am Frankfurter Flughafen entfernt ist.

Die Uniqa hat ein Veranlagungsvermögen von 18 Mrd. Euro, davon entfallen bis zu zehn Prozent auf Immobilien. 100 Mio. Euro werden jährlich in Immobilien investiert, weitere acht bis zehn Mio. entfallen auf Sanierungsmaßnahmen. Die Uniqa besitzt rund eine Mio. m² Fläche in Österreich, davon über 40 Prozent Wohnungen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.11.2005)

Link

Uniqa
  • Mitte des Vorjahres bezog die Uniqa ihren neuen Büroturm, mit einem Do&Co-Restaurant, das auch Externen offen steht, und einem John-Harris-Fitnesscenter.
    foto: der standard/matthias cremer

    Mitte des Vorjahres bezog die Uniqa ihren neuen Büroturm, mit einem Do&Co-Restaurant, das auch Externen offen steht, und einem John-Harris-Fitnesscenter.

Share if you care.