Weniger Einbürgerungen im laufenden Jahr

21. November 2005, 18:45
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Vor dem schärferen Einbürgerungsgesetz 2006 übten sich die Bundesländer heuer schon in "vorauseilendem Gehorsam"

Wien - Die Zahl der Einbürgerungen ist im heurigen Jahr deutlich gesunken. Von Jänner bis September erhielten 26.556 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, was einen Rückgang um 14,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet.

Der schon seit dem 2. Quartal 2004 beobachtbare Rückgang setzte sich damit auch im Jahresverlauf 2005 fort. Hochgerechnet wird sich die Einbürgerungszahl des Jahres 2005 damit ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2002 (36.011) bewegen und damit deutlich unter den Ergebnissen der Vorjahre bleiben.

Ausnahme Steiermark

Heuer wurden in allen Bundesländern mit Ausnahme der Steiermark Rückgänge bei den Einbürgerungen verzeichnet. Das größte Minus verzeichnete Tirol mit 26,1 Prozent, gefolgt von Salzburg und Wien. Nur in der Steiermark wurden 2005 mehr Einbürgerungsbescheide ausgestellt.

Wegen eines mindestens seit zehn Jahren gültigen Wohnsitzes in Österreich bekamen im laufenden Jahr 8124 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach mindestens vier bzw. sechs Jahre gültigen Wohnsitzes aus besonders berücksichtigungswürdigem Grund erhielten 1104 Personen sowie 31 Personen aus anderen Ermessensgründen die Staatsbürgerschaft. Unter den insgesamt 129 Herkunftsländern war laut Statistik Austria erneut die Türkei mit 7585 Eingebürgerten absoluter Spitzenreiter. Aus Bosnien-Herzegowina kamen 5235, aus Serbien und Montenegro 4883 und aus Kroatien 1756 neue österreichische Staatsbürger.

Auch die Zahl der Arbeitsbewilligungen für Ausländer geht heuer klar zurück. Der Schnitt der ersten zehn Monate 2005 zeigt ein Absinken von 220.883 im Vorjahr auf nunmehr 213.297, geht aus den jüngsten Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Das ist ein Minus von 3,7 Prozent. Den stärksten Rückgang im laufenden Jahr brachte der Oktober. Gegenüber 2004 wurde ein Rückgang der Arbeitsbewilligungen von 230.560 auf 210.49 verzeichnet - ein Minus von 8,5 Prozent. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 22.11.2005)

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