Häupl übt Kritik an beiden Seiten

24. November 2005, 11:07
28 Postings

"Halte Reaktion für übertrieben"

Wien - Im Konflikt zwischen Frank Stronach und Mitgliedern der Wiener Austria übte der Kuratoriumsvorsitzende des Vereins, Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S), Kritik an beiden Seiten. Er verstehe, dass Stronach, der viel Geld in die Austria investiert habe, nun meine, einen Kontrapunkt setzen zu müssen. Aber: "Ich persönlich halte diese Reaktion für wirklich übertrieben", stellte Häupl am Montag vor Journalisten klar.

Man solle aber nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, schließlich könne der angekündigte Ausstieg des Austro-Kanadiers erst im Juni 2007 erfolgen. "Eineinhalb Jahre ist eine lange Zeit", so Häupl. Er werde jedenfalls versuchen, sein Talent als Versöhner in die Waagschale zu werfen.

Zugleich wandte sich der SP-Politiker auch an die Stronach-Kritiker: "Eine Verantwortung tragen aber natürlich schon in hohem Ausmaße diejenigen, die einen Streit und eine sinnlose Diskussion angezettelt haben." Er sehe jedenfalls keine finanzielle Alternative zu Stronach, machte der Austria-Kuratoriumsvorsitzende klar. Auch wer bei einem tatsächlichen Ausstieg Stronachs das geplante neue Stadion des Vereins im Gebiet Rothneusiedl zahle, "das werden diejenigen, die die Diskussionen angezettelt haben, beantworten müssen".

Angst um den Fortbestand "seines" Vereins habe er jedenfalls nicht, unterstrich Häupl. Er habe schon Zeit bei seinem Verein vor Stronach verbracht. Richtig sei aber: "Ich glaube, dass die Mannschaft der Austria jetzt wieder auf einem guten Weg ist, nach einem kleinen Tief, das sie hinter sich haben, und das sollte man nicht stören."(APA)

Share if you care.