TV, total - Die liebste Freizeitbeschäftigung

27. Dezember 2005, 16:25
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Interessant, dass Fernsehen immer noch als Kontrastprogramm zu anderen Tätigkeiten des Alltags betrachtet wird ...

Interessant, dass Fernsehen immer noch, auch von Profis, irrtümlicher Weise als Kontrastprogramm zu anderen Tätigkeiten des Alltags betrachtet wird. Wir haben hier eine diesbezüglich erhellende Lifestyle- Studie von Fessel (4.000 Österreicher ab 15 Jahren wurden schriftlich befragt), in der es heißt, mit dem Fernsehgerät würden Zeitgenossen mehr ihrer Zeit verbringen als mit Familie oder mit Freunden.

In der Tendenz ist das sicher richtig, wenn man die konkreten Zahlen betrachtet: 99 Prozent meinen, das TV sei ihnen die liebste Freizeitbeschäftigung. Familie als Zeitvertreib nennen 97 Prozent, Freunde 98 Prozent. Für 56 Prozent hat auch "Wohnen" als Beschäftigung große Bedeutung; immerhin 21 Prozent stricken. Andererseits, bei allem Respekt: Der Anteil 2. Spalte des Fernsehens muss noch höher sein, denn einen Widerspruch zwischen Fernsehen und Familie, TV und Freunde oder gar Stricken können wir nicht erblicken.

Die Realität sieht, unserer Beobachtung nach, anders aus. Schließlich hat das Fernsehen aus uns im Laufe der Jahrzehnte Virtuosen der Gleichzeitigkeit gemacht. Mit der Einführung des TV-Handys wird sich diese Tendenz noch verstärken.

Nun denn: Bei der nächsten Studie also unbedingt fragen, welche Tätigkeiten mit dem TV kombiniert werden. Es muss eine Menge sein. Und es würde uns nicht wundern, wenn die grauenvolle Hypothese verifiziert würde, dass Freunde, Familie, Stricken und Sport (Heimtrainer!) erst durch die Kombination mit dem TV zum echten Spaß werden. (tos/DER STANDARD; Printausgabe, 22.11.2005)

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