Feinstaub lässt unsere Lebenserwartung sinken

28. November 2005, 13:56
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WHO: Lebenserwartung in Österreich sinkt durchschnittlich um acht Monate - Plädoyer zur Luftgüteverbesserung

Wien - Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor der Gesundheitsgefahr durch Feinstaub: Durch die Schadstoffbelastung sinke die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich um acht Monate, so die Organisation. Die WHO plädierte dafür, die entsprechenden Gesetzgebungen zur Luftgüteverbesserung umzusetzen. So könne man das Lebenszeitdefizit bis zum Jahr 2020 auf vier Monate drücken, rechneten Vertreter der WHO vor.

Die österreichischen Feinstaubemissionen machen rund zwei Prozent des europäischen Feinstaubaufkommens bei den Partikelgrößen PM10 und PM2,5 aus, erklärte der Leiter des europäischen WHO-Büros, Roberto Bertollini. Damit läge die Alpenrepublik in Europa relativ gut. Anders sieht es jedoch aus, wenn man die Pro-Kopf-Emissionen bezogen auf das Brutto-Inlandsprodukt berechnet, komme man auf einen um 30 Prozent höheren Anteil als im Rest der EU.

Kosten der Feinstaubbelastung

Wie bereits im April wies die WHO auf die hohen Kosten durch die Feinstaubbelastung hin: So kosten die dadurch entstandenen Todesfälle in der gesamten EU zwischen 58 und 161 Milliarden Euro. Die Behandlung von Krankheiten, die durch die Partikel verursacht werden, schlagen laut WHO mit 29 Milliarden zu Buche. Insgesamt würde die Feinstaubbelastung rund eine Million Lebensjahre kosten.

Die Gesundheitsgefahren von Feinstaub sind laut WHO mannigfaltig: Bei Kleinkindern unter einem Jahr erhöhen die Partikel etwa das Atemtodrisiko. Die kleinen Teilchen PM2,5 würden zudem die Todesraten bei Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen ansteigen lassen, so die WHO. (APA)

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    Feinstaub gefährdet die Gesundheit - mit hohen Folgekosten, so die WHO am Montag.

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