Borneo-Projekt: NGOs nehmen Andritz unter Beschuss

21. November 2005, 14:35
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Wien - Eine Allianz aus sieben Umwelt- und Entwicklungsorganisationen hat den Grazer Anlagenbauer Andritz am Montag zum sofortigen Ausstieg aus dem Projekt einer Zellstoff-Fabrik von United Fiber System (UFS) auf der indonesischen Insel Borneo aufgefordert. Neben Global 2000, WWF, Greenpeace, Attac und ECA-Watch gehören dieser NGO-Allianz auch die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) sowie die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO) an.

Weitere zehntausende Hektar Regenwald seien von der Vernichtung bedroht, erneuert Global 2000 seine Kritik in einer Aussendung. Außerdem würden die Fischgründe der Region zerstört und bis zu 1.200 Fischerfamilien ihre Existenz verlieren, so Global 2000. "Diese schlimme Umweltbilanz wird auch nicht durch die 700 Arbeitsplätze aufgehoben, die geschaffen werden sollen."

Reaktionen

Bei Andritz war am Montag niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Ende August hatte es geheißen, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Damals hatten sich zwölf Aktivisten von Global 2000 aus Protest gegen das Projekt - Andritz soll Maschinen im Wert von über 250 Mio. US-Dollar (214 Mio. Euro) liefern - an das Eingangstor des Grazer Andritz-Werkes anketten lassen, wodurch die Zufahrt neun Stunden lang blockiert war.

Ebenfalls in der Kritik der NGO-Allianz steht ein Projekt von UFS auf der indondesischen Insel Pulau Laut. Mit teilweise österreichischen Geldern von der Raiffeisen Zentralbank (RZB) wird dort ein Hackschnitzelwerk gebaut, durch das laut Global 2000 mindestens 40.000 Hektar wertvoller Tieflandregenwälder in der Region akut von der Abholzung bedroht werden. Ein Sprecher der RZB hielt dazu am Montag auf APA-Anfrage fest, die Anschuldigungen seien "unbegründet und nicht nachvollziehbar". (APA)

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