300 Filmschauspieler protestieren: Kabeltantiemen sollen wegfallen

23. November 2005, 14:52
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Strittiger Passus im Entwurf zur Urheberrechtsgesetznovelle 2005 - Petition an Morak

Eine Erläuterung zur neuen Urheberrechtsgesetz-Novelle 2005 erregt derzeit den Unmut der Filmschauspieler, wie die "Kleine Zeitung" am Samstag berichtet hat. Heute, Montag, Nachmittag soll Kunststaatssekretär Franz Morak (V) vom Verband der österreichischen Filmschauspieler (VÖFS) eine von 300 Filmschauspielern unterzeichnete Petition vorgelegt werden, in der gegen eine bevorstehende Einkommenskürzung durch die Umverteilung der so genannte Kabeltantiemen protestiert wird.

Insgesamt gehe es dabei für die Schauspieler jährlich um einen Betrag von rund 160.000 Euro, wie Walter Dillenz, Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Dachverband der Filmschaffenden (VDFS), gegenüber der APA erklärte. Nach derzeitiger Rechtslage zahlen die Kabel-TV-Unternehmen ein pauschales Kabelentgelt an an die Verwertungsgesellschaften, darunter auch an die VDFS, die die Verteilung der Mittel an die Kreativen im Filmbereich übernimmt. Seit 1996 werden diese anteilig auch an die Schauspieler ausgezahlt. Die strittige Erläuterung zur Urheberrechtsgesetznovelle sieht nun vor, nur mehr die Filmurheber, nicht aber die Schauspieler zu begünstigen.

Kein Vergütungsanspruch

Von dem zuständigen Sachbearbeiter im Justizministerium war zu erfahren, dass Schauspieler, die ja in diesem Kontext nicht als Urheber gelten, sondern nur verwandtes Schutzrecht als ausübende Künstler genießen, keinen Vergütungsanspruch haben.

Der ausschließliche Anspruch der Filmschaffenden wäre in Europa einzigartig, erklärte Dillenz. Überall sonst erhielten auch die Schauspieler für ihre Filme, die im Fernsehen gesendet und über Kabel weitergeleitet werden, von den Verwertungsgesellschaften Tantiemen. Seit neun Jahren sei ein Rechtsstreit vor dem Handelsgericht zu dieser Frage anhängig, in dem laut Dillenz in einem halben Jahr die Entscheidung fallen soll. "Wir möchten, dass die Entscheidung der ordentlichen Gerichte nicht durch diese Erläuterung vorweggenommen wird," erklärte er den Hintergrund des Protestes. (APA)

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