Bauverhandlung zu umstrittenem Innsbrucker Bahnprojekt

27. November 2005, 18:53
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Beginn von Bauarbeiten für Hungerburgbahn bereits kommende Woche möglich

Innsbruck - Das umstrittene Bahnprojekt auf die Innsbrucker Hungerburg von Stararchitektin Zaha Hadid rückt seiner Realisierung einen Schritt näher. Die für drei Tage anberaumte Bauverhandlung beginnt am Dienstag. Der Beginn von bestimmten Bauarbeiten könnte bereits kommende Woche erfolgen, kündigte Projektleiter Herwig Schwarz gegenüber der APA an.

Die geplante Standseilbahn soll vom Innsbrucker Congress zunächst am Inn entlang über das Gasthaus Löwenhaus zum Alpenzoo und schließlich auf die Hungerburg oberhalb von Innsbruck führen. Teilweise soll die Trasse unterirdisch verlaufen. Derzeit fährt noch die alte Hungerburgbahn. Ein Abbruchbescheid sei noch nicht erfolgt, sagte Schwarz.

Die Umbauarbeiten an der Innsbrucker Nordkettenbahn seien seit 12. Oktober am Laufen. Der Betrieb der Bahn während der Wintersaison bleibe aufrecht, erklärte Schwarz. Je nach Witterung sollen die Arbeiten im Frühjahr fortgesetzt werden. Die neue Hungerburgbahn soll Anfang 2007 in Betrieb gehen. Bei der Nordkettenbahn rechne man bereits etwas früher mit der Fertigstellung.

Abgesegnet

Das mit einer Zwei-Drittelmehrheit der Innsbrucker Stadtregierung abgesegnete Bahnprojekt wurde zum Wahlkampfthema der Innsbrucker Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2006. Die SP hatte Bürgermeisterin Hilde Zach (Für Innsbruck) aufgefordert, die Verträge mit Projektbetreiber Strabag zu lösen. Sowohl Freiheitliche als auch SP hatten klare Informationen über Kosten und Änderungen des Projektes gefordert. Die Grünen hatten sich für eine Volksbefragung eingesetzt. Eine Bürgerinitiative hatte unter anderem mit einer Unterschriftenliste gegen das Bahnprojekt gekämpft.

Für den Neu- bzw. Umbau der Innsbrucker Nordkettenbahn und der Hungerburgbahn gründete das Bauunternehmen Strabag die Firma Nordpark Errichtungs- und Betriebs GmbH. Die veranschlagten Investitionskosten würden 51,2 Mio. Euro (exkl. USt.) umfassen. Rund 37,1 Mio. Euro trage die Stadt, 14 Mio. der Investor Strabag. (APA)

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