Sexueller Missbrauch von Kindern in Österreich weiter steigend

23. November 2005, 22:12
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"Möwe"-Präsidentin: "15 bis 20 Prozent aller Kinder betroffen"

Wien - Seit mittlerweile 15 Jahren kämpft die Kinderschutz- Institution "Die Möwe" gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. Jährlich leisten die 30 Therapeuten rund 26.000 kostenlose Beratungsstunden. Doch die Zahl der sexuellen Übergriffe - vor allem innerhalb der Familien - steigt stetig an: Laut "Möwe"-Präsidentin Martina Fasslabend sind 15 bis 20 Prozent aller Kinder in Österreich betroffen.

3.000 Klienten werden pro Jahr in den fünf Kinderschutz-Zentren betreut, 80 Prozent davon sind weiblich. Man führe einen "unermüdlichen Kampf gegen Tabuisierung von Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen", lobte Gesundheitsministerin Rauch-Kallat am Montag.

Suche nach Geldquellen

Fasslabend verfügt derzeit über ein Jahresbudget von etwa 300.000 Euro. Ständig auf der Suche nach neuen Geldquellen, äußerte die Ehefrau des ehemaligen Verteidigungsministers Fasslabend sozusagen einen Geburtstagswunsch: "Wir brauchen Spenden." Die Therapie von traumatisierten Kindern oder Jugendlichen könne bis zu zwei Jahren dauern und mehrere tausend Euro kosten.

Laut Vizepräsidentin Elisabeth Lutter habe man es mit einer "ständig wachsenden Anzahl von Opfern" zu tun. Problem für die Therapeuten: Die Kinder sprechen oft nicht darüber - sei es aus Scham oder Schuldgefühlen. Das Erlebte äußere sich häufig in Symptomen wie Hyperaktivität, Nervosität, Konzentrationsstörungen, selbst schädigendem Verhalten, chronischer Traurigkeit, Panikattacken bis hin zu Selbstmordversuchen, erklärte Fasslabend. (APA)

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